![]() Themen |
Niger, der Fluß, der dem Land seinen Namen gab, streift es eigentlich nur.
Über zwei Drittel des Staates sind Gebirge oder Wüste, die sich immer weiter ausbreitet
- keine Grundlage für wirtschaftlichen und technologischen Fortschritt. Rund 61% der
Bevölkerung müssen mit weniger als 1US$ pro Tag auskommen. Über 80% der Männer und 93%
der Frauen sind Analphabeten. Die Schulpflicht kann nicht durchgesetzt werden, weil es
viel zuwenig Lehrer gibt und die verbreitete nomadische Lebensweise den regelmäßigen
Schulbesuch verhindert. Nur im Südwesten, den der Niger durchfließt, ist Ackerbau
möglich. In den entfernter liegenden Gebieten gleicht der Anbau von Feldfrüchten eher
einer Lotterie. Seit 1968 kämpfen die Bauern immer wieder
mit verheerenden Dürreperioden. In der Hauptstadt Niamey erinnern einige Boulevards mit
typisch französischen Straßencafes an die ehemalige Kolonialmacht. Die Franzosen mußten
aber lange kämpfen, um die aufständischen Tuaregs zu bezwingen. Den Kolonialstatus
erhielt das Land erst 1922, unabhängig wurde es 1960. Einen kurzen wirtschaftlichen Aufschwung löste in den 70er
Jahre der Uran-Abbau aus. Doch als die Weltmarktpreise fielen, war die Blüte schon wieder
vorbei. Der Tourismus könnte dem Land helfen. Immerhin gibt es den Nationalpark
"W" und die Naturparks Air und Tenere. Doch 1996
besuchten gerade mal 17.000 Touristen das Land. Die Reiselust wird auch durch ständige
Tuareg-Unruhen gebremst, 1997 kam es sogar zu Übergriffen
auf Reisende. Der Präsident, Brigadegeneral Ibrahim Barre Mainassara,
putschte sich im Januar 1996 an die Macht und ließ sich ein
halbes Jahr später durch seine Wahl im Amt bestätigen. Um seinen Wahlsieg
sicherzustellen, tauschte er kurzfristig die Wahlkommission aus. Bei den
Parlamentswahlen im November 1996 betrug
die Wahlbeteiligung nach offizieller Lesart 39,17%, nach Schätzung der Opposition nur 5%.
In dem westafrikanischen Staat Niger legte am 22.12.1999 der
Ende November 1999 gewählte pensionierte Offizier Tandja Mamadou in der
Hauptstadt Niamey seinen Amtseid ab. Damit übergab das Militär unter Machthaber Daouda
Mallam Wanke nach dem Putsch vom April 1999 die Regierung wieder an einen zivilen
Präsidenten.Das neue Staatsoberhaupt Mamadou versprach, für Frieden und
Stabilität in Niger zu sorgen, das mit einem Bruttosozialprodukt pro Kopf von rund 200
US-Dollar als eines der ärmsten Länder der Welt gilt. Das Militär hatte im Frühjahr
1999 unter Führung des Chefs der Leibgarde, Wanke, die Macht übernommen,
nachdem Präsident Ibrahim Mainassara Barre von Leibgardisten ermordet
worden war. Unter dem Druck westlicher Geberländer hatte Wanke im November 1999
einen Präsidenten und ein Parlament wählen lassen. Wahlsieger Mamadou gehörte
in den 70er Jahren einer Militärregierung an. |
Navigation
|