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Auch wenn die koloniale Macht kaum mehr als 30 Jahre währte (1884- 1915) der Name Deutsch- Südwest ließ im Kaiserreich Wilhelms II. das Nationalbewußtsein wachsen: Neben den übermächtigen Engländern und Franzosen zeigten im Süden des Schwarzen Kontinents endlich auch die Deutschen Flagge. Nach Aufständen der Nama und Helrero (1904/05), die vom deutschen General Lothar von Trotha niedergeschlagen wurden, endete die deutsche Ära in Südwestafrika bereits 1915. Deutsche Ortsnamen und Sprache aber blieben bis in die Gegenwart erhalten. Vom Völkerbund wurde das Land 1920 als Mandatsgebiet an Südafrika übertragen. Die Kap-Republik wollte sich das Land 1946 als Provinz einverleiben, was die UNO zurückwies. 1966 wurde das Mandat durch die UNO beendet, 2 Jahre später das Gebiet in Namibia umbenannt. Der internationale Gerichtshof in Den Haag erklärte 1971 die Dominanz Südafrikas über Namibia für illegal. Gleichwohl versuchte Pretoria, Pläne für eine namibische Selbständigkeit nach eigenen Wünschen durchzusetzen. Militärische Erfolge der Befreiungsbewegung Swapo (gegründet 1957) und wachsender internationaler Druck führten aber zu größerer Eigenständigkeit und 1990 zur Unabhängigkeit Namibias. Bei den Parlaments- und Präsidentenwahlen am 30.11. und 1.12.1999 verteidigte Präsident Sam Nujoma (70) mit einer Zweidrittelmehrheit seiner Südwestafrikanischen Volksorganisation (SWAPO) für weitere fünf Jahre die Macht in Namibia. Nujoma erhielt rund 77% der Stimmen, Gegenkandidat Ben Ulenga vom Kongress der Demokraten (COD) etwa 12%. Bei den Parlamentswahlen kam die SWAPO auf rund 76%. Die Demokratische Turnhallen-Allianz (DTA) und der COD hatten einen Stimmenanteil von 9,8% bzw. 9,3%. Die früher eng mit dem Apartheidregime im benachbarten Südafrika verbundene DTA verlor im Vergleich zu den Wahlen von 1994 fast die Hälfte ihrer Stimmen. Der COD war im März 1999 von unzufriedenen ehemaligen SWAPO -Mitgliedern gegründet worden. Die rund 30 europäischen Wahlbeobachter kritisierten, die SWAPO habe im Wahlkampf ungerechtfertigte Vorteile genossen: Öffentliche Gelder und Sendezeit im öffentlichen Fernsehen seien in Relation zur Zahl der Parlamentssitze vergeben worden, was der regierenden Partei einen überwältigenden Vorteil gebracht habe. In Einzelfällen stellten die EU-Beobachter Einschüchterung und Schikanen von Oppositionellen fest. Aktuelles: Präsident Sam Nujoma hat am 21.03.2005 sein Amt abgegeben. Einen Hintergrundbericht dazu finden Sie hier. Bei einer feierlichen Zeremonie zum Gedenken an den 100. Todestag eines Widerstandskämpfers gegen die deutschen Kolonialherrschaft hat Namibia von der Bundesregierung finanzielle Wiedergutmachung gefordert. Er erwarte, dass die "erlittenen Verluste" kompensiert würden, sagte der namibische Parlamentspräsident Theo-Ben Gurirab am 29.10.2005. Die Gedenkfeier galt dem Widerstandskämpfer Hendrik Witbooi, der am 29. Oktober 1905 im Zuge des so genannten Herero-Aufstandes durch die Kugel eines deutschen Soldaten starb. Auch die Herero, von denen 65 000 Menschen dem Aufstand vor hundert Jahren zum Opfer fielen, fordern finanzielle Entschädigung. Hintergrundberichte:
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