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Das Land im Nordwesten Afrikas, fast dreimal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland, aber zu 47% Wüste, ist das geographische Bindeglied zwischen dem arabischen Maghreb und dem westlichen Schwarzafrika. Im frühen 15. Jahrhundert landeten portugiesische Händler an der Küste des heutigen Mauretanien und gaben dort für knapp 200 Jahre den Ton an, bis ihnen Briten, Holländer und Franzosen das Stück Sand streitig machten. Am Ende obsiegten die Franzosen, Mauretanien wurde erst Protektorat (1903), dann Kolonie (1920). 40 Jahre später wurden die Mauretanier in die Unabhängigkeit entlassen. Da allerdings meldete sich sogleich ein neuer Interessent: Marokko erhob Ansprüche auf das Land. Erst 1970, nachdem alle Verhandlungen zur Vereinigung der beiden Staaten gescheitert waren, erkannte Marokko Mauretaniens Unabhängigkeit an. Nachdem Spanien 1975 seinen Verzicht auf das ehemalige Spanisch-Sahara erklärt hatte, besetzte Mauretanien den Süden, Marokko den Norden des Gebiets. Beide bekämpften, mit massiver französischer Unterstützung, die Rebellen der "Frente Polisario", die 1976 die Unabhängigkeit von "Westsahara" ausriefen. Während des Krieges putschte die Armee, 1980 gab Mauretanien alle Ansprüche auf Westsahara auf, unterzeichnete ein Friedensabkommen mit der Polisario, normalisierte die diplomatischen Beziehungen zum wichtigsten Polisario-Verbündeten Algerien und kündigte ein Verteidigungsabkommen mit Marokko. 1984 folgte einem neuen Putsch eine Kehrtwende: die Beziehungen zu Marokko wurden normalisiert. Seit 1991 gibt es eine neue Verfassung, sogar Oppositionsparteien sind zugelassen. 1996 verhängte die EU eine dreimonatige Importsperre für mauretanische Fleischereiprodukte, weil Hygiene- und Verarbeitungsstandards nicht erfüllt waren - eine Maßnahme, die die Wirtschaft des Landes empfindlich traf.

Aktuelle Entwicklung: Die Lizenzen für den Fischfang vor der Küste - jährlich etwa 500.000 t - bringen Geld, um die Staatsschulden abzubauen: allein aus der EU kommen 266 Mio. EUR. Aber Mauretanien betreibt auch Naturschutz: der World Wildlife Found würdigte den Nationalpark Banc d'Arguin (1,2 Mio. ha) im März 2001 mit seiner höchsten Auszeichnung: "Gift for the Earth" - "Geschenk an die Erde".

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