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Römische Legionen intervenierten schon 42 v. Chr. im Land der Berber, das im 7. Jahrhundert von den Arabern erobert wurde. 711 beteiligten sich die Berber an der muslimischen Eroberung Spaniens, was Andalusien bis heute kulturell beeinflußt. Erst 1492, im Jahr der Entdeckung Amerikas, gelang den Spaniern die vollständige Rückeroberung. Den Wettlauf um kolonialen Einfluß in Marokko konnte schließlich Frankreich im wesentlichen für sich entscheiden: im Vertrag von Fes 1912 wurde Marokko Protektorat, Spanien erhielt das Rifgebirge und den Süden. Seit den 20er Jahren, bis einschließlich 1934, kämpften Berberstämme gegen die Europäer, die dem Land erst 1956 die Souveränität zurückgaben. König Hassan II. führte sein Land von der absoluten zur konstitutionellen Monarchie, unterdrückte schwere Unruhen mit jahrelangem Ausnahmezustand (1965 - 1970), führt seit 1975 Krieg gegen die Polisario-Front in Westsahara - und übergab im März 1998 die Regierungsgeschäfte an Marokkos ersten sozialistischen Regierungschef. Auch mit dem Sozialisten Abdel el-Rahman Jussufi als Premier bleibt die Machtfülle des Königs tabu - der starke Mann im neuen Kabinett, Innenminister Dris Basri, ist enger Vertrauter des Monarchen, weitere Schlüsselpositionen wie z.B. Justiz, Religion und Verteidigung bleiben in den Händen von Königstreuen. Gleichwohl signalisiert der kontrollierte Wechsel unter Einbeziehung der früheren Opposition in die Regierung die Chance, Probleme wie Arbeitslosigkeit, Strukturwandel und die Rückgabe der spanischen Afrika-Enklave Melilla und Ceuta zu lösen.  In seiner ersten Rede an die Nation nach der Thronbesteigung bekannte sich der neue marokkanische König Mohammed VI. (35) am 30.7.1999 in Rabat zu Rechtsstaat, politischen Pluralismus und zur Achtung der Menschenrechte. Zugleich beschloss er die Freilassung von etwa 8000 Häftlingen und für rund 38 000 Strafgefangene teils erhebliche Strafminderungen. Mohammed VI. versprach in seiner Thronrede, er werde seinen am 23.7.1999 verstorbenen Vater Hassan II. ehren, indem er dessen marktwirtschaftliche Reformen fortsetze und sich um Frieden in der Region bemühe. Dem für den demokratischen Wandel in Marokko stehenden sozialistischen Ministerpräsidenten Abderrahman Youssoufi sicherte er volle Unterstützung zu.

Die Westsahara-Befreiungsfront Polisario hat nach zehnjährigem Waffenstillstand mit der Wiederaufnahme des Guerilla- Kampfes in der von Marokko annektierten spanischen Ex-Kolonie Westsahara gedroht. Die Organisation werde wieder zu den Waffen oder zu Formen des "zivilen Ungehorsams" greifen, wenn dies zur Verteidigung der legitimen Rechte notwendig sei, sagte Polisario-Chef Mohammed Abdelasis am 22.11.2001. Er lehnte die von UN-Vermittler James Baker vorgeschlagene Autonomie-Regelung strikt ab.

12 marokkanische Soldaten haben am 12.07.2002 die unbewohnte Felseninsel Perejil besetzt und die marokkanische Flagge gehißt. Die Insel wird von Spanien beansprucht. Spanien hat inzwischen mehrere Kriegsschiffe in das Krisengebiet gesandt, betont aber, daß man den Konflikt auf diplomatischen Wege klären will. Perejil gehört seit dem 17. Jahrhundert zu Spanien, wird aber von Marokko beansprucht. Der Streit um die Insel geht zurück auf die 50er Jahre, als Frankreich und Spanien ihre Protektorate in Nordafrika aufgaben. Spanien behielt auf Grund einer Vereinbarung aus dem Jahr 1956 die an der Küste gelegenen Enklaven Ceuta und Melilla. Marokko bestreitet jedoch die spanische Herrschaft über mehrere Inseln.

Die Unabhängigkeitsbewegung Polisario in der Westsahara hat ihre letzten 404 marokkanischen Kriegsgefangenen freigelassen. Die Organisation unterzeichnet am 18.08.2005 in Algerien ein entsprechendes Übereinkommen mit dem Roten Kreuz. An der Zeremonie nahmen auch US-Vertreter teil. Die Polisario tritt für einen unabhängigen Staats in der einstigen spanischen Kolonie Westsahara ein, die 1976 von Marokko annektiert wurde.

Die marokkanische Regierung will hunderte schwarzafrikanische Flüchtlinge in ihr Heimatland Senegal abschieben. Zwischen 500 und 600 Menschen, die illegal ins Land gekommen seien, sollten am 10.10.2005 zurückgeflogen werden, sagte ein Sprecher. Bislang hat Marokko Flüchtlinge in der Wüste ausgesetzt, was von Menschenrechtsorganisationen kritisiert wurde.

Parlamentswahlen in Marokko: Rund 15 Millionen Bürger waren am 07.09.2007 aufgefordert, über die Besetzung der 325 Mandate zu entscheiden. Als Favorit galt die moderat-islamistische Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (PJD). Die örtliche Presse richtete noch am Wahltag einen letzten Appell an die Marokkaner, die extremistischen Kräfte nicht durch Stimmenthaltungen zu stärken. Das offizielle Ergebnis soll am Sonntag bekannt gegeben werden.


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