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Der flächenmäßig größte Staat Westafrikas ist eines der ärmsten Länder der Welt. Das war nicht immer so. Das alte Königreich Mali (13. - 15. Jahrhundert) unterhielt enge Kontakte zur arabischen Welt und zum Mittelmeerraum und verfügte aufgrund der Kontrolle über den Transsahara-Handel mit Gold, Salz und Sklaven über Macht und Reichtum. Das wichtigste Handelszentrum jener Tage war Timbuktu, eine Stadt, von der sich man im fernen Europa die phantastischsten Geschichten erzählte. Die Häuser, so hieß es, hätten goldene Dächer, überall stünden prächtige Paläste und mittendrin eine große islamische Universität. Heute steht es um Timbuktu so schlecht wie um den Rest des Landes. 55% der Bevölkerung müssen mit weniger als 1 US$ pro Tag auskommen (internationale Armutsgrenze). Seit 1969 flohen mehr als 150.000 Menschen in die Nachbarländer, vor allem Tuaregs aus dem Norden. Eine Dürre-Katastrophe im Sahel hatte den Viehbestand dezimiert und damit dem Nomadenvolk die Lebensgrundlage entzogen. 1990 brachen Unruhen aus: die "Tuareg-Rebellion", bei der es vor allem um mehr Autonomie ging. Zu einer innenpolitischen Stabilisierung im Norden kam es erst 1996, als das 1992 geschlossene Friedensabkommen noch einmal besiegelt wurde. Das heutige Mali war von 1895 bis 1960 französische Kolonie. Eine Föderation mit dem Senegal scheiterte und am 22. September 1960 proklamierte Mali seine Unabhängigkeit. Der erste Präsident, Modibo Keita, ging auf sozialistischen Kurs, hielt aber zugleich die Verbindung zu Frankreich aufrecht, das bis heute an der Spitze der Länder steht, die Mali mit Entwicklungshilfe unterstützen. Im November 1968 putschte eine Gruppe junger Offiziere und mit Hilfe der Militärs setzte sich Moussa Traore als Präsident an die Spitze der "Zweiten Republik". Er blieb 23 Jahre im Amt, bis er 1991 nach innenpolitischen Unruhen gestürzt wurde. Anfang 1992 nahm das Volk in einem Referendum eine neue demokratische Verfassung an und wählte Alpha Oumar Konare zum Präsidenten. Gewaltenteilung und Mehrparteiensystem gehören seither zur politischen Kultur der "dritten Republik" und Mali gilt bei vielen Experten als "Musterbeispiel der Demokratie in Afrika". Lob kam zudem von der Weltbank und so hofft das Land nun auch auf einen wirtschaftlichen Aufschwung. Aktuelle Entwicklung: Mali gilt als demokratisches Vorzeigeland in Westafrika. Die Verwaltung wurde dezentralisiert, 800 Gemeinderäte wurden eingerichtet. einmal im Jahr können sich Stammesvertreter beim Premier direkt beschweren, es gibt eine unabhängige Presse und zahlreiche Oppositionsparteien. Aber die Regierungspartei "Alliance pour la Democratie" beherrscht Politik und Wirtschaft, so z.B. die Vermarktung des wichtigsten Exportgutes Baumwolle, von der über 30% der Bevölkerung abhängen. Wie ernst es Konare mit der Demokratie meint, wird sich 2002 zeigen: er darf dann nicht erneut zur Wahl antreten. |
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