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Der Arzt Dr. Hastings Kamuza Banda war Malawis erster Premierminister, als die Briten das Land 1964 in die Unabhängigkeit entließen. Seine Karriere war typisch für afrikanische Staatsmänner. Zunächst Freiheitskämpfer im Njassaland (so ab 1907 der Name für das britische Protektorat), dann Regierungschef und ab 1966 Präsident, regierte er Malawi zunehmend autokratisch und mit polizeistaatlichen Methoden: die Opposition wurde verboten, die Presse geknebelt, die Konkurrenten um die Macht wurden ausgeschaltet. Mit seiner Diktatur gingen Vetternwirtschaft und Korruption einher. Unruhen, Streiks und der Druck der sich zunehmend organisierenden Opposition sowie der Geberstaaten führten 1993 zu einem Referendum, bei dem die Bevölkerung für die Wiedereinführung eines Mehrparteiensystems stimmte. Bei den ersten freien Wahlen im Mai 1994 siegte Bakili Muluzi, Vorsitzender der United Democratic Front (UDF), die im Parlament stärkste Fraktion wurde. Auch unter Muluzi gibt es zunehmende Anzeichen für Mißwirtschaft. Aktuelle Entwicklung: Je ein Mercedes für alle 25 Minister: dieser Regierungsbeschluß vom Oktober 2000 erregte den Zorn der Geldgeber. Die Luxuskarossen mußten verkauft, die Erlöse in Entwicklungsprogramme gesteckt werden. Wegen Korruptionsaffären entließ Muluzi im November 2000 das gesamte Kabinett, hob aber bis auf 3 Minister alle wieder in die Ämter. Die oppositionelle Alliance for Democracy ist an politischen Prozessen nicht beteiligt. Bei Protesten gehen die willkürliche Mittelverteilung durch die Regierung kam es im Mai 2001 erneut zu Ausschreitungen. 2 Menschen starben. Eine der Region Chitipa zugesagte Straße wurde nicht gebaut, obwohl die Landwirtschaft dort dringend Transportwege benötigt. Muluzi scheint entgegen der Verfassung und gegen den Widerstand von Kirchen und Opposition eine dritte Amtszeit anzustreben. |
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