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Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts nahm die Welt kaum Notiz von der Existenz des westafrikanischen Landes. Zwar erreichten schon 1461 portugiesische Forschungsreisende Liberias Küste, andere Europäer folgten später, aber abgesehen von dem Handel mit Sklaven und Hölzern blieb die Region weitgehend unbeachtet. Ein selbständiger, unabhängiger Staat wurde Liberia 1847 - mit einer Verfassung nach dem Vorbild der USA. Das Startzeichen hatte der amerikanische Kongreß im Jahre 1816 gegeben: befreite US-Sklaven sollten heim dürfen nach Afrika, um dort ein freies, unabhängiges Gemeinwesen zu gründen. Erste Siedler landeten 1822 in der Stadt, die heute Monrovia heißt. In Anspielung auf die größte Kautschukplantage der Welt, von der sich auch die US-Reifenfirma Firestone beliefern ließ, hieß das Land bald "Firestone Country". Entscheidend geprägt wurde es von Wiliam Tubman, der Liberia von 1944 bis 1971 als Präsident mit harter Hand erfolgreich durch die Ära des aufkeimenden afrikanischen Nationalismus steuerte. Nach Tubmans Tod im Juli 1971 ging es bergab: sein korrupter Nachfolger Wiliam Tolbert wurde im April 1980 durch den Feldwebel Samuel Doe aus dem Amt geputscht, der schon bald die Verfassung außer Kraft setzte und alle politischen Parteien verbot. Die Hinrichtung von 13 ehemaligen Regierungsangehörigen wegen angeblicher Korruption und Mißmanagements löste weltweite Proteste aus. Am Heiligabend des Jahres 1989 drangen Guerillas unter Führung des einstigen Doe-Gefolgsmannes Charles Taylor von der Elfenbeinküste aus in Liberia ein und fortan befand sich das Land im Bürgerkrieg, bei dem es vor allem um die Rolle der Nachkommen jener freien Sklaven ging, die einst den Staat gegründet hatten. Sie machten nur 5% der Bevölkerung aus, beherrschten aber Politik und Wirtschaft. Dem gestürzten Doe wurden - von Rebellen unter Führung des Taylors-Rivalen Prince Yormie Johnson - die Ohren abgeschnitten, anschließend wurde er zu Tode gefoltert. Der Bürgerkrieg forderte mindestens 150.000 Tote, eine dreiviertel Millionen Liberianer flohen die Nachbarstaaten. Im August 1996 gelang es endlich, mit Hilfe der Anrainerstaaten, einen neuen Friedensplan für Liberia zu vereinbaren. Bei der ersten Präsidentenwahl nach dem Bürgerkrieg erhielt Charles Taylor im Juni 1997 75,3% aller Stimmen.

Nigerianische Friedenstruppen sollen am 30.07.2003 im benachbarten Bürgerkriegsland Liberia eintreffen. Das teilte die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS mit. Nigeria hatte sich bereit erklärt, ein Vorauskommando einer internationalen Streitmacht nach Liberia zu schicken. Die USA wollen Kriegsschiffe zur Unterstützung vor die Küste schicken. Am 27.03.2003 war es in der Hauptstadt Monrovia erneut zu heftigen Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungssoldaten gekommen.

Liberias Präsident Charles Taylor hat am 11.08.2003 das Land verlassen. Kurz vor seinem Abflug ins Exil war er zurückgetreten. Am Abend traf Taylor in Nigeria ein. Der Abgang Taylors gilt als Voraussetzung für die Befriedung des westafrikanischen Landes, in dem seit 14 Jahren fast ununterbrochen Bürgerkrieg herrscht. Er habe seine Rolle als Opferlamm akzeptiert, sagte Taylor bei der Zeremonie zur Übergabe der Amtsgeschäfte an seinen Stellvertreter Moses Blah in Monrovia. Er erwarte, dass die Geschichte ihn freundlich beurteilen werde. Das liberianische Volk rief er auf, "die Vergangenheit hinter sich zu lassen". Die internationale Gemeinschaft müsse jetzt Liberia helfen.

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Zu der Abschiedszeremonie waren mehrere südafrikanische Staatschefs in Monrovia erschienen, darunter auch der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki. Ghanas Staatschef John Kufuor kündigte für den 14. Oktober 2003 Neuwahlen in dem westafrikanischen Bürgerkriegsland an. Bis dahin soll Taylors bisheriger Vize Moses Blah das Präsidentenamt wahrnehmen.

Im westafrikanischen Liberia haben weitere Rebellen ihre Waffen bei UN-Truppen abgegeben. Der stellvertretende Chef der Model-Rebellen, Boi Bleaju Boi, habe in Buchanan eine Gruppe von 300 Mann angeführt, die ihre Waffen niederlegten, berichtete der britische Sender BBC am 21.04.2004. Die Model-Rebellen haben die höchste Zahl an Kindersoldaten. Die Uno hofft, die etwa 40 000 Rebellen ausnahmslos entwaffnen zu können. Im Gegenzug erhalten sie 300 US-lar und Berufsbildungskurse. In der vergangenen Woche hatte die um zwei Monate aufgeschobene Entwaffnungsaktion bei Lurd-Rebellen begonnen.


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