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Die Bilanz der wirtschaftlichen Entwicklung des Kongo seit der Unabhängigkeit ist unbefriedigend. Trotz beachtlicher Ressourcen (Erdöl, tropischer Regenwald, Wasser, landwirtschaftlich nutzbare Flächen) und einer nur geringen Bevölkerungsdichte von 8,4 Personen pro qkm ist die Wirtschaft noch immer durch Massenarbeitslosigkeit, beklagenswerten Zustand der Regierungs-, Verwaltungs- und Infrastrukturen, extreme Außenverschuldung und hohen Importbedarf an Nahrungsmitteln gekennzeichnet. Die Ursachen sind nicht nur in den drei Bürgerkriegen der neunziger Jahre zu suchen, die einen materiellen Schaden von geschätzten 2-3 Mrd. Euro hinterlassen haben, sondern auch in der marxistischen Misswirtschaft der Jahre davor. Der unprofessionelle Umgang mit den Staatsfinanzen und die weitverbreitete Korruption haben der Bevölkerung die Teilhabe am Ressourcenreichtum des Landes verwehrt. Nur langsam kommt die Wirtschaft in Schwung. Ein Strategiepapier zur Armutsbekämpfung ist in Arbeit und soll die Grundlage für umfassende Umschuldungsmaßnahmen im Rahmen des Pariser Clubs werden. Mit der Beendigung der Bürgerkriegswirren und dem Beginn des nationalen Dialogs wurden auch die Voraussetzungen für eine positive wirtschaftliche Entwicklung geschaffen, die durch das 780 Mio. Euro umfassende, zum größten Teil eigenfinanzierte, aber auch durch die Weltbank gestützte Nachkriegs-Wiederaufbauprogramm der Regierung angeschoben wurde. Nicht zuletzt dank des Ausbaus des Hafens Pointe Noire und der Wiederherstellung der im Bürgerkrieg zerstörten Eisenbahnverbindung von Brazzaville zum Hafen wurde im Jahr 2000 ein Wirtschaftswachstum von beachtlichen 8 Prozent erzielt, das aber in der Folge nicht gehalten werden konnte und sich 2007 bei knapp 4% einpendelte, bei besseren Zuwachsraten im Nicht-Öl-Bereich. Die im Prinzip liberale Wirtschaftsverfassung, die langsam vorankommende Privatisierung und Fortschritte bei der Wiederherstellung von Rechtssicherheit dürften spürbare Investitionsanreize für Ausländer bieten. Der Privatisierungsprozess war lange Zeit wegen fehlender Interessenten ins Stocken geraten, hat jedoch durch die kürzlichen Erfolge in der Wasserversorgung und auf dem Bankensektor neue Impulse gewonnen. Elektrizitätsversorgung, Telekommunikation und Treibstoff-Handel sollen in Kürze folgen. Die Wirtschaft Kongos wird seit langem durch die französisch und italienisch dominierte, von den Bürgerkriegen verschonte Erdölförderung bestimmt, die die wichtigste Einnahmequelle des Staates darstellt. Die Republik Kongo gehörte bis vor kurzem noch zu den größten Erdölproduzenten in Subsahara, wenn auch mit rückläufiger Tendenz. 90 Prozent der Exporterlöse, 70 Prozent der Staatseinnahmen und 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) stammen aus dem Ölgeschäft, was die Bedeutung dieses Sektors unterstreicht. Außer den Unwägbarkeiten der periodischen Schwankungen des Weltmarktpreises unterliegt dieser Wirtschaftszweig mit einem seit 2000 zu beobachtenden Rückgang der Fördermengen auf Grund nachlassender Ergiebigkeit der Lagerstätten besonderen Risiken. Die Regierung unternimmt große Anstrengungen, diesen Risiken durch verstärkte Diversifizierung entgegenzuwirken. Im Vordergrund stehen dabei die Förderung der produktiven Agrarwirtschaft und der Ausbau der bereits in großem Umfang betriebenen nachhaltigen Forstwirtschaft. Der dichte und teilweise unberührte tropische Regenwald bildet ein scheinbar unerschöpfliches Reservoir für die Forstwirtschaft, dem zweitwichtigsten Wirtschaftszweig des Landes, mit einer Produktion von fast 980.000 Tonnen im Jahre 2007. Die Landwirtschaft beschäftigt zwar 40 Prozent der aktiven Bevölkerung, trägt aber nur mit 8 Prozent zur Gesamtwirtschaft bei und deckt damit bei weitem nicht den Bedarf an Lebensmitteln, für deren Einfuhr der Gegenwert von 150 Mio. Euro aufgewendet werden musste. Wirtschaftliche Kennziffern:
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