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Die ersten Europäer, die Ende des 15. Jahrhunderts das Gebiet des Kongos erforschten, fanden wohlorgansierte Staaten vor: nördlich der Kongomündung das Reich der Kongo, an der Küste entstand im 16. Jahrhundert das Königreich Loango. Der Sklavenhandel portugiesischer Eroberer zerstörte zwar das Gemeinwesen, was die Könige Loangos aber nicht daran hinderte, am Sklavenmarkt bis ins 9. Jahrhundert kräftig mitzuverdienen. Den Portugiesen folgten die Franzosen: 1880 brachte Pierre Savorgnan de Brazza das Gebiet als Mittel-Kongo unter Frankreichs Kontrolle. 1910 war das nach ihm benannte Brazzaville Hauptstadt von Französisch-Äquatorialafrika. Was nach der Unabhängigkeit 1960 folgte, hat viele Parallelen vom postkolonialem Afrika. Regierungswechsel werden mit Gewalt - fast immer unter Beteiligung der Militärs - erzwungen, Stammesrivalitäten verhindern das Wachsen demokratischer Strukturen. Kongos erster Staatschef, Abbe Fulbert Youlou, wollte alle Oppositionsparteien verbieten und wurde 1963 aus dem Amt gejagt. Jeder der folgenden Machtwechsel führte zu einem radikaleren Linkskurs, bis der Hauptmann Marien Ngouabi als Staatschef 1970 die "Volksrepublik Kongo" ausrief - 1973 folgte eine Verfassung nach Sowjetvorbild. Ngouabi wurde 1977 ermordet. Da war er immerhin 8 Jahre im Amt gewesen, länger als alle seine Vorgänger. Ein Militärrat übernahm die Macht. Ein demokratisches Zwischenspiel brachte im August 1992 Pascal Lissouba als gewählten Präsidenten an die Macht. Doch der löste schon nach 3 Monaten das Parlament auf - Startschuß für einen blutigen Bürgerkrieg seiner "Zulu"-Milizen gegen die "Ninjas" seines Rivalen Bernard Kolelas und die "Cobras" seines Amtsvorgängers Oberst Denis Sassou-Nguesso. Dem half ein Freund aus alten marxistischen Tagen mit MiG-Jets, Panzern und Truppen: Angolas Präsident Eduardo sos Santos. Im Oktober 1997 war der Bürgerkrieg zu Ende. Bilanz: 10.000 Tote, Hunderttausende von Flüchtlingen, eine völlig zerstörte Hauptstadt, Lissouba und Kolelas im Ausland, Sassou-Nguesso wieder im Präsidentenamt. Der erklärte die Überwindung der Stammesrivalitäten und den Wiederaufbau zu seinen wichtigsten Zielen - und vertraut dabei auf die Hilfe seines alten Freundes dos Santos und der alten Kolonialmacht Frankreich, deren Präsident Jaques Chirac den Kongolesen mit einem Staatsempfang ehrte.   Als letzte aller beteiligten Bürgerkriegsparteien unterzeichneten am 31.8.1999 in der sambischen Hauptstadt Lusaka die Führer der zersplitterten größten Rebellengruppe Kongos, der Sammlungsbewegung der Kongolesen für Demokratie (RCD), einen Friedensvertrag mit der Regierung des zentralafrikanischen Staates.Das Waffenstillstands-Abkommen sieht die Bildung eines gemeinsamen Militärausschusses, einen 90-tägigen politischen Dialog sowie freie Wahlen in der Demokratischen Republik Kongo, dem früheren Zaire, vor. Friedenstruppen der UN und der Organisation Afrikanischer Einheit (OAU) sollen die Einhaltung der einzelnen Punkte überwachen.

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