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Auf der Berliner Konferenz 1885 teilten die europäischen Mächte Ostafrika unter sich auf; die Briten weiteten ihren Einfluß 1895 zum "Protektorat Ostafrika" aus. 1920 wurde Kenia britische Kronkolonie. 1952 kam es zum Mau-Mau-Aufstand, der am Ende in die Unabhängigkeit führte. Bis 1980 erlebte Kenia ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum. Innenpolitisch war das Land bereits seit 1969 de facto zum Einparteienstaat geworden. Jomo Jenyatta, der Held des Unabhängigkeitskampfes, verbot die einzige Oppositionspartei. Nach Kenyattas Tod1978 übernahm Daniel arap Moi die Regierung. Die Ermordung von Außenminister Ouko 1990 unter mutmaßlicher Beteiligung von Moi-Vertrauten und die Verhaftung von Regimekritikern führten zu finanziellen Sanktionen des Auslands. Die Wahl 1992 brachte der Opposition nach Wiedereinführung des Mehrparteiensystems 1991 zwar 46% der Sitze, die Macht aber behielt Moi, der auch Ende 1997 unter chaotischen Umständen noch einmal zum Präsidenten gewählt wurde und schon im Februar 1998 wegen oppositionelle Proteste die Arbeit des Parlaments für "unbestimmte Zeit" unterbrechen ließ. Bestechungsaffären und ethnische Konflikte beherrschen das innenpolitische Klima, die Wirtschaft befindet sich auf Talfahrt. Der ehemalige Oppositionsführer Wamwere warnte, das Land sei "am Rand eines Bürgerkrieges". Im März kam es zu schweren Studentenunruhen in Nairobi. Ausländer und Touristen leben in Angst vor wachsender Kriminalität: 1998 wurden allein bis April 4 Ausländer bei Überfällen ermordet, darunter ein Entwicklungshelfer aus Deutschland. Nach wochenlangem Streit über die Zusammensetzung der Koalitionsregierung in Kenia hat Präsident Mwai Kibaki am 12.04.2008 die Bildung eines neuen Kabinetts bekanntgegeben. Bis zum Vortag hatte er mit dem bisherigen Oppositionsführer Raila Odinga um die Verteilung der Posten in der aus 40 Ministern bestehenden Regierungsmannschaft gerungen. Künftig wird Odinga als Premierminister der großen Koalition vorstehen. «Lasst uns die Politik beiseitelassen und an die Arbeit gehen», appellierte Kibaki an die neue Regierung. Die seit Wochen andauernde Krise ist damit zunächst beigelegt. Die meisten Minister aus Kibakis nationaler Einheitspartei PNU, die bereits seit Januar in der Regierung sitzen, können ihre Posten behalten. Vor allem um die Schlüsselressorts hatte es Kontroversen gegeben. Innerhalb des kommenden Jahres will das neue Kabinett die Grundlagen für eine Verfassungsreform erarbeiten, die die tiefer liegenden Ursachen für die Krise in Kenia wie historische Ungerechtigkeiten bei der Verteilung von Land beseitigen soll. Angesichts der Streitigkeiten um die Besetzung der Ressorts war es in mehreren Teilen des Landes in den vergangenen Tagen erneut zu sporadischen Unruhen gekommen. Nach den Präsidentenwahlen im Dezember war Kibaki nach tagelangen Verzögerungen zum Wahlsieger erklärt worden. Odinga und seine Partei ODM sprachen von Wahlbetrug, auch internationale Wahlbeobachter zweifelten an einer korrekten Auszählung der Stimmen. Zwei Monate lang, bis zu dem von Annan vermittelten Kompromiss einer Teilung der Macht, wurde Kenia von ethnischer Gewalt und blutigen Unruhen erschüttert. Dabei starben mehr als 1500 Menschen, über 350 000 flohen vor der Gewalt. Hintergrundberichte:
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