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Vor mehr als 500 Jahren, anno 1462, gründeten die Portugiesen mit Ribeira Grande auf der Insel Santiago die erste europäische Stadt in den Tropen. Im 16. Jahrhundert kam der Archipel als Umschlagplatz im Sklavenhandel, später als Bunkerstation der internationalen Seefahrt, zu bescheidenem Wohlstand. Doch das waren schon die besten Zeiten der Kapverden. Ursprünglich hatten die Kapverdier gemeinsam mit der ihnen auf dem Festland gegenüberliegenden Kolonie Portugiesisch-Guinea gegen die Kolonialherren für ihre Unabhängigkeit gekämpft. Doch als Portugiesisch-Guinea 1974 nach schweren und blutigen Kämpfen gegen die portugiesischen Streitkräfte als Guinea-Bissau selbständig wurde, beschlossen die Insulaner, lieber allein weiterzukämpfen als eine Föderation mit einem Land einzugehen, mit dem sie außer der kolonialen Vergangenheit nichts verband. 1975 wurden sie unabhängig, 1980 gaben sie die Pläne für eine Vereinigung endgültig auf, als in Guinea-Bissau der Premier Luis Cabral gestürzt wurde, dessen Familie von der Insel stammte. Bis Anfang der 90er Jahre blieb Kap Verde ein blockfreier Einparteinstaat, am Leben erhalten vor allem durch die Überweisungen der rund 700.000 Kapverdier, die im Ausland leben, und durch massive Entwicklungshilfe aus Europa, den USA, von arabischen Staaten und dem damaligen Ostblock. Im Januar 1991 fanden auf den Inseln die ersten freien Wahlen statt, an denen mehrere Parteien teilnehmen durften. |
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