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Das Land an der Westküste Afrikas hat in seiner Geschichte nahezu alle europäischen Kolonialmächte erdulden müssen. Erst kamen die Portugiesen und verkauften die Eingeborenen jahrhundertelang als Sklaven in die Neue Welt. Dann, 1884, waren die Deutschen dran. Im Ersten Weltkrieg eroberten Engländer und Franzosen das Land und teilten es friedlich unter sich auf, was vom Völkerbund und später auch von den Vereinten Nationen gebilligt wurde. Erst am 1. Januar 1959 entließen die Franzosen ihren Teil des Landes in die Unabhängigkeit, die Briten folgten 1961 und Kamerun wurde wiedervereinigt - bis auf einen Teil, der sich dem großen Nachbarn Nigeria anschloß. Heute gibt es in Kamerun über 200 ethnische Gruppen, wobei die bantu-sprechenden Völker im Süden und die überwiegend muslimischen Völker im Norden leben. Dazu kommt noch eine kleine Gruppe von Ureinwohnern (Pygmäen). Es werden über 200 Sprachen und Dialekte gesprochen. Dank der vergleichsweise guten Infrastruktur - positive Folge der langen Kolonialherrschaft - und der günstigen klimatischen Bedingungen kann sich das Land selbst ernähren, was für Afrika absolut nicht selbstverständlich ist. Und dank umfangreicher Exporte (vor allem Erdöl, daneben Kaffee, Kakao und Baumwolle) ist auch die Handelsbilanz positiv: 535 Millionen US$. So geht es Kamerun besser als vielen Nachbarstaaten und das Land galt lange als eines der stabilsten in Schwarzafrika. Seit 1995 aber kämpfen im Nordwesten des Landes Separatisten für eine Sezzion der englischsprachigen Gebiete. Unterstützt werden sie vom benachbarten (englischsprachigen) Nigeria. Als in der Region im März 1997 Polizeistationen von paramilitärischen Einheiten angegriffen wurden, machte die Regierung in Jaunde dann auch prompt die Separatisten dafür verantwortlich. Zwei Monate später, vor den Parlamentswahlen im Mai 1997, kamen bei blutigen Auseinandersetzungen fünf Menschen ums Leben. Die Partei von Präsident Paul Biya gewann 109 der 180 Parlamentssitze; doch mit rechten Dingen ging es dabei - auch nach dem Urteil ausländischer Wahlbeobachter - keineswegs zu. Vor allem im rebellischen Nordwesten des Landes wurde die Opposition massiv beeinträchtigt.

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