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Eigentlich ist Guinea ein von der Natur üppig bedachtes Land: unter der Erde schlummern reichlich Bodenschätze (Bauxit, Diamanten, Gold, Eisenerz) und die Voraussetzungen für eine ertragreiche Landwirtschaft sind hervorragend (tropisch wechselndes Klima, gemäßigt im Hinterland). Doch Guinea ist auf Entwicklungshilfe angewiesen. Die Industrie ist schwach entwickelt, eine Infrastruktur kaum vorhanden. Am 2. Oktober 1958 hatte Guinea als erstes Land in Westafrika per Volksentscheid seine Unabhängigkeit von Frankreich erlangt. Doch als Strafe strich Paris alle Wirtschaftshilfen und zog sofort die Verwaltung und sämtliche Experten ab. Der jungen Staat experimentierte daraufhin mit dem Sozialismus. Die Sowjetunion bot ihre Hilfe an. Und die hatte ihren Preis: Guinea mußte sein wichtigstes Exportgut, das Bauxit, weit unter Weltmarktpreis an den großen Bruder verkaufen. Präsident Ahmend Sekou Toure herrschte in diktatorischen Stil und betrieb die politische Verfolgung so brutal, daß Guinea bald "Gulag der Tropen" genannt wurde. 2 Millionen Bürger verließen ihre Heimat. Nach dem Tode Toures 1984 putschte das Militär. Lansana Conte wurde neuer Präsident - für das Volk blieb alles beim alten. 4 Jahre später, 1988, kam es zu blutigen Aufständen gegen das Militärregime, die den Übergang zu einer zivilen Herrschaft und einem Mehrparteiensystem einleiteten. Doch Conte hielt sich zunächst als Präsident des "Übergangskomitees für den nationalen Wiederaufbau" im Amt und ging 1993 gar als erster "frei gewählter" Staatspräsident aus offenbar manipulierten Wahlen hervor. Er gewann auch die Wahlen 1995 und ernannte im Juli 1996 Sidia Toure zum ersten Premierminister des Landes. Conte behielt weiterhin erhebliche Vollmachten, die ihm die Fortsetzung der Diktatur unter einem demokratischen Deckmantel gestattete. Oppositionelle, Journalisten und Streikorganisationen werden immer wieder ohne gesetzliche Grundlage verhaftet und mißhandelt.

Bei der gewaltsamen Niederschlagung von Protesten gegen Präsident Lansana Conté in der westafrikanischen Republik Guinea hat die Polizei am 22.01.2007 mindestens 17 Menschen getötet. Die Demonstranten wurden in Vororten der Hauptstadt Conakry erschossen, wie Ärzte und Gewerkschaftsvertreter mitteilten. Seit Beginn des Generalstreiks in Guinea am 10. Januar starben damit fast 30 Menschen.


Hintergrundberichte:

24.12.2008 Militärs putschen - Tod von Präsident Conté löst innenpolitische Wirren aus

 

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