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Wie ein Stachel bohrt sich das kleine westafrikanische Land von der Küste her in den Kontinent ein. Entlang dem gleichnamigen Fluß schlängelt sich Gambia, stellenweise nur 24 km breit, 375 km tief ins viel größere Nachbarland Senegal. Die Versuche, beide Länder zu vereinen, schlugen fehl. Obwohl auf beiden Seiten der Grenze teilweise dieselben afrikanischen Stämme leben, haben sich die Staaten durch jahrhundertelange Kolonialherrschaft zu unterschiedlich entwickelt. 1588 erstanden englische Kaufleute von den Portugiesen exklusive Rechte am Gambia-Fuß. 1663 gründeten sie auf einer Insel im Mündungsgebiet die Handelsniederlassung Fort James. Und damit begann der Streit zwischen England und Frankreich - für die nächsten 120 Jahre. Beide wollten unbedingt die Kontrolle über den Seehandel in diesem Teil der Welt: schließlich gab es dort Gold, Ebenholz, Elfenbein und Sklaven. Fort James entwickelte sich zum zentralen Sammelpunkt für den Sklavenhandel. Einer der Sklaven, 1767 nach Amerika verschleppt, war Kunta Kinte, Held des Klassikers "Roots" von Alex Harley, der in Kinte seinen Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Urenkel entdeckt zu haben glaubte. 1783 gaben die Franzosen den Kampf auf und überließen Großbritannien den Fluß - so blieb der Senegal französisch und Gambia wurde britisch. Die heutigen Grenzen bestehen seit 1889, Gambia wurde 1894 britisches Protektorat. 1965 erhielt das kleine Land seine Unabhängigkeit. Der erste gewählte Präsident Dawda K. Jawara hielt sich 24 Jahre an der Macht. Während seiner Amtszeit gab es erneut Annäherungsversuche an Senegal. Aber die lose Föderation "Senegambia" hatte nur von 1982 bis 1989 Bestand. Ohne ausländische Hilfe kann der Staat kaum überleben - doch damit war es 1994 vorbei: die USA und die EU strichen sämtliche Gelder für Gambia, denn unter Führung des damals 29 Jahre alten, gerade von einer Militärausbildung in den USA zurückgekehrten Yahya Jammera stürzte die Armee Präsident Jawara. Der junge Mann kündigte an, er werde die zivile Regierung wieder einsetzen, "sobald die Dinge in Ordnung gebracht sind" - was nach seiner Meinung offenbar immer noch nicht der Fall ist.

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