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Auf einmal war da das Öl! Anfang der 70er Jahre wurden an der Küste Gabuns große Mengen des kostbaren Rohstoffes erschlossen. Würde nun alles besser werden? Vorbei die Zeiten der Armut? Die Träume ließen sich bislang nicht verwirklichen. Gabun ist im Ausland hoch verschuldet. Denn kaum war das Geld da, wurde es wieder mit vollen Händen ausgegeben. Gabun leistete sich einen protzigen Präsidentenpalast und brachte die Hauptstadt auf Hochglanz. Ein übriges taten und tun die exportierenden Unternehmen, die meist in ausländischer Hand sind: sie belassen ihre Gewinne nicht gern im Land. Der Bevölkerung hat das Öl nichts gebracht. 44,3% der Einwohner arbeiten nach wie vor in der Landwirtschaft. Die Lebenserwartung liegt bei 53 Jahren für Männer , für Frauen bei 57 Jahren. Der französische Kapitän Bouet-Willaumez hatte 1839 in der Bucht von Gabun einen Stützpunkt errichtet - eigentlich aus hehren Zielen: von dort aus wollten die Franzosen den britischen Sklavenhandel bekämpfen. 1849 wurde die heutige Hauptstadt Libreville gegründet - die "freie Stadt", eine neue Heimat für befreite Sklaven. Im Zweiten Weltkrieg war das Land eine wichtige Basis des freien Frankreichs, was Charles de Gaulle dazu veranlaßte, den Gabunern 1946 die französische Staatsbürgerschaft zu gewähren. 1960 entließ Frankreich die Kolonie in die Unabhängigkeit. Seither ist die politische Lage - mit Ausnahme eines gescheiterten Militärputsches Mitte der 60er Jahre - relativ stabil geblieben. Die tödliche Ebola-Seuche greift im westafrikanischen Gabun und im Nachbarland Kongo immer weiter um sich. Wie die Weltgesundheitsorganisation am 20.12.2001 in Genf mitteilte, sind von den inzwischen 25 infizierten Menschen bereits 15 gestorben. Aktuelle Entwicklung: 760 Mio. EUR Defizit im Staatsetat, Staatspräsident Omar Bongoi ist aber reiche: allein bei der New Yorker Citibank vermehren sich 137 Mio. EUR. Wenn die Ölquellen versiegen, ist sein Clan versorgt. Die Amtszeit verlängerte er sich noch einmal bis 2005. "Korruption? Bei uns nicht" lächelt Bongo in einem Fernsehinterview. |
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