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Sie waren Kampfgenossen gegen den marxistischen Diktator Mengistu von Äthiopien gewesen, hatten den jahrelangen Krieg endlich gewonnen. Sie blieben weiterhin Freunde, schlossen ein Abkommen, das den Äthiopiern freien Zugang zum Meer sicherte, und einigten sich 1993 friedlich auf die Unabhängigkeit Eritreas von Äthiopien. Eritrea, einst italienische Kolonie, dann auf UNO-Beschluß als autonome Einheit mit Äthiopien vereinigt, von Kaiser Haile Selassie gleichwohl 1962 annektiert, war am Ziel. 99,8% der Bevölkerung hatten in einem von der UNO überwachten Referendum für die Loslösung von Äthiopien gestimmt. Vergessen schienen 30 Jahre blutiger Guerillakrieg für die Unabhängigkeit des Staates. Die beiden Vettern - Isasias Afwerki, der Präsident Eritreas, und Meles Zenawi, der Premierminister Äthiopiens - galten als Hoffnungsträger für den Westen, vor allem für die USA. Hier schienen endlich moderne und pragmatische afrikanische Führer heranzuwachsen. Doch plötzlich, im Mai 1998, marschierten die Truppen beider Länder gegeneinander. Es ging um das Yirga-Dreieck, ein Stück ödes, unfruchtbares Land ohne jegliche strategische Bedeutung und ohne Bodenschätze. Doch das Dreieck war nur der vordergründige Anlaß für den Krieg. Eigentlich ging es um Geld. Eritrea mißfiel schon lange, daß auf den Geldscheinen der mit Äthiopien gemeinsamen Währung noch immer der Kopf Mengistus abgebildet war. Im November 1997 schließlich führten die Eritreer eine eigene Währung ein, den Nakfa. Die Äthiopier erkannten die neue Währung nicht an und ließen neue Birr-Scheine ohne Mengistu-Bild drucken. Eritrea verlangte daraufhin die Zahlung der Nutzungsgebühren für die Häfen Assab und Massawa von Äthiopien in US-Dollars. Die Spannungen eskalierten, eritreische Truppen marschierten in Yirga auf, Äthiopiens Luftwaffe flog Angriffe und bombardierte Asmara, die Hauptstadt Eritreas. Vergebens versuchten die USA, zu vermitteln - die Führer der beiden Staaten hatten auf stur geschaltet.


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