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Die Franzosen, die 1896 kamen, hatten mit ihrer Kolonie, die damals noch Obervolta hieß, nicht viel im Sinn. Denn dort war (und ist) nicht viel zu holen: Weite Teile des Landes bestehen aus unfruchtbare Flächen und Wasser ist knapp. Das Land lebt vor allem von den Überweisungen seiner Gast- und Wanderarbeiter in Ghana und Elfenbeinküste sowie von Entwicklungshilfe. Die Streitkräfte spielen seit der Unabhängigkeit des Landes 1960 eine dominierende Rolle. Sie griffen ein, wann immer sich die Wirtschaftslage weiter verschlechterte, stürzten die zivilen Regierungen, setzten die Verfassung außer Kraft - und zogen sich meist nach einer Weile wieder in ihre Kasernen zurück. Nicht so der Hauptmann Thomas Sankara, der 1983 putschte und dem Land nicht nur seinen neuen Namen Burkina Faso ("Land der unbestechlichen Männer", sondern auch ein Regime nach dem Vorbild des Lybiers Gaddafi verordnete. Seinem anfangs engsten Verbündeten Blaise Compaore paßte bald die ganze Richtung nicht mehr. Ein ihm ergebenes Kommando eröffnete 1987 das Feuer auf Sankara, tötete ihn und 13 seiner Gefolgsleute. Die verbliebenen "orthodoxen" Elemente ließ Compaore hinrichten, ein Schicksal, das wenig später etwa 30 mutmaßlichen Putschisten vermutlich nur deshalb erspart blieb, weil der Papst zu Besuch kam. Anfang der 90er Jahre zog Compaore seine Uniform aus und propagierte das freie Unternehmetum. Auf der Grundlage einer neuen Verfassung ließ er sich zum Präsidenten wählen, etablierte kurzzeitig ein "Nationales Versöhnungsforum" und normalisierte die Beziehungen zum Ausland. 1994 berichtete die Weltbank erstmals von wirtschaftlichen Fortschritten. 1998 durfte das Land die afrikanischen Fußballmeisterschaften ausrichten und wurde überraschend Vierter.

 

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