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Als die Briten das Land 1885 zum Protektorat
erklärten, war das ein Stück Geopolitik: Die Maßnahme diente ihnen dazu, einen Keil
zwischen die feindlichen Buren in Südafrika und das deutsche Südwestafrika zu treiben.
Die herkömmlichen Lebensgewohnheiten sind seither weitgehendst erhalten geblieben. Fast
jede seßhafte Familie hat 3 Unterkünfte: eine im heimatlichen Dorf, eine auf den weit
entfernten Feldern und die dritte auf den noch entlegenen Weiden, wo junge Männer fast
das gesamte Jahr die Herden hüten. Zentrum jedes Dorfes ist die Kgotla, der
Versammlungsplatz. Dort legt der Häuptling des Stammes die Zeiten für Aussaat und Ernte
fest. Doch die Macht der Stammesführer ist im Schwinden begriffen. Viele Bewohner
verlassen die Dörfer und bleiben ständig auf den Feldern - um dem Druck der rasch
wachsenden Bevölkerung zu entgehen und um sich dem Einfluß der Häuptlinge zu entziehen.

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