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Guinea-Bissau leidet bis heute an den Folgen seiner Unabhängigkeit. Der kleine Staat an der westafrikanischen Küste hat seine Eigenständigkeit erst spät wiedererlangt: Portugal entließ ihn erst 1974 in die Selbständigkeit. Das Land mit der wild zerklüfteten Küste gehört zu den ärmsten in Westafrika. Noch immer versucht die Regierung, eine funktionierende Landwirtschaft aufzubauen, damit zumindest die Selbstversorgung gewährleistet ist, Industrie findet sich nicht im Land. 1446 hatten die Portugiesen - als sie den Seeweg nach Indien suchten - den Küstenstreifen und die vorgelagerten Bissagos-Inseln entdeckt. Sie erklärten die Region kurzerhand zu ihrem Eigentum und bauten sie 150 Jahre später zum Hauptumschlagplatz ihres Sklavenhandels aus. Von der heutigen Hauptstadt Bissau aus wurden die Sklaven über die Kapverden vor allem nach Amerika verschifft. Den 600 km vor der Küste liegenden Kapverdischen Inseln fiel auch die Aufgabe zu, "Portugiesisch-Guinea" zu verwalten. Der Kampf gegen die portugiesische Fremdherrschaft begann im Jahre 1961. Unterstützt vom schon wieder eigenständigen Nachbarland Guinea formierte sich eine Guerilla, die sich die Befreiung des Landes zum Ziel gesetzt hatte. Der folgende Unabhängigkeitskrieg sollte 10 Jahre dauern. Zwar wurde Anfang 1973 der langjährige, unumstrittene Anführer der Guerilleros, Amilcar Cabral, ermordet, doch schon wenige Monate später hatte die Befreiungsbewegung die Kontrolle über einen Großteil des Landes errungen und rief die Republik aus. Im September 1974 erkannte Lissabon den neuen Staat an. Luis de Almeida Cabral, ein Halbbruder des ermordeten Freiheitskämpfer, übernahm die Macht. Eines der angestrebten Ziele war zunächst die Vereinigung mit der noch immer dominanten Republik Kapverden. Das Militär in Guinea-Bissau war absolut gegen diesen Plan und putschte schließlich 1980. Ein sogenannter Revolutionsrat unter der Führung des Brigadegenerals Jao Bernardo Vieira übernahm die Macht. Vierira sorgte für eine Verfassungsänderung, die 1984 aus Guinea-Bissau eine Präsidialrepublik mit marktwirtschaftlicher Ordnung machte. Bislang wurde Präsident Vieira alle 5 Jahre wiedergewählt - zum Teil wohl auch, weil er die Bevölkerung geschickt, aber deutlich einzuschüchtern wußte. Mitte 1998 aber war Vieira dem bisherigen Stabschef Ansumane Mane zu mächtig geworden. Aus dem Umsturzversuch wurde sehr schnell ein neuer bürgerkriegsähnlicher Kampf, in dem die Nachbarstaaten - zunächst vergebens - zu vermitteln suchten. Drei Tage nach dem Militärputsch im westafrikanischen Staat Guinea-Bissau hat der gestürzte Präsident Kumba Yala am 17.09.2003 die Macht abgegeben. Yala unterzeichnete ein entsprechendes Dokument, das von den Außenministern aus Ghana, Kap Verde, Guinea, Nigeria, Senegal und Gambia der Militärjunta übergeben wurde. Die Militärjunta unter Führung von General Verissimo Correia Seabra wollte noch am gleichen Tag einen neuen Ministerpräsidenten und andere Mitglieder der Übergangsregierung ernennen. Der 1999 gewählte Yala hatte 2002 das Parlament aufgelöst und sich wiederholt gegen Neuwahlen ausgesprochen. Die Offiziere begründeten ihren Putsch mit der Absicht, «die Demokratie zu retten». Guinea-Bissau gehört mit seiner Bevölkerung von einer Million Menschen zu den ärmsten Ländern der Welt. Hintergrundbericht:
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