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Die Portugiesen gründeten 1576 Luanda als ersten Stützpunkt. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts eroberten sie das gesamte Gebiet des heutigen Angola. 1951 erhielt die Kolonie den Status einer Überseeprovinz und schon 1961 begann der Kampf um die Unabhängigkeit. Nach der Nelkenrevolution 1974 in Portugal wurden die Kolonien in die Unabhängigkeit entlassen. Schon kurz danach begann ein blutiger Machtkampf unter den drei Befreiungsorganisationen MPLA, Unita und FNLA, in dem auch ausländische Mächte (Kuba und Südafrika) eingriffen. Am 11. November 1975 proklamierte die marxistisch-leninistische MPLA die Volksrepublik Angola. Erster Staatschef wurde MPLA-Führer Neto. Nach dessen Tod 1979 in Moskau folgte Jose Eduardo dos Santos. Nach langen Verhandlungen kam es unter Vermittlung der USA 1988 zu einem Abkommen zwischen Südafrika, Angola und Kuba über einen Zeitplan für den Abzug der kubanischen Truppen. 1990 stimmte die MPLA dem Übergang zum Mehrparteiensystem zu. Bei den ersten Wahlen 1992 erhielt MPLA-Kandidat dos Santos 49,6% der Stimmen, die UNITA mit ihrem Führer Savimbi 40,1%. Die Unita erkannte das Wahlergebnis nicht an und griff erneut zu den Waffen. Inzwischen brachte die Unita zwei Drittel des Landes unter ihre Kontrolle. Im Frühjahr 1994 verabredete Savimbi mit der MPLA die Wiederholung der Wahl, die Spitze der Unita schloß im November in Lusaka einen Friedensvertrag, der in der Zwischenzeit von der Unita wieder gebrochen wurde. Zur Zeit dauert der Bürgerkrieg immer noch an, der in seinen 30 Jahren 1,4 Millionen Menschenopfer forderte. Seit dem Bürgerkrieg zählt Angola zu den am stärksten verminten Ländern der Welt. Ackerbau und Transport werden dadurch stark beeinträchtigt. Aktuelles: Schwierigkeiten bei der ersten Parlamentswahl in Angola seit 16 Jahren: Nach Unregelmäßigkeiten am Vortag wurde die Abstimmung mit offizieller Genehmigung am 06.09.2008 in mehr als 300 Wahllokalen im Großraum Luanda fortgesetzt. Dort leben 20 Prozent der wahlberechtigten 8,3 Millionen Angolaner. Einige Wahllokale waren nach Medienberichten auch in der Nacht zum Samstag geöffnet geblieben. Oppositionsparteien zogen Forderungen nach teilweiser Neuwahl in Betracht. Unabhängige Beobachter wie die von der Europäischen Union (EU) betonten jedoch, die Probleme durch schlechte Vorbereitung seien weitgehend auf Luanda begrenzt gewesen. Zum Teil seien Wahllokale mit stundenlanger Verspätung geöffnet worden, zum anderen habe Material gefehlt. Auch bei den Wählerlisten habe es Probleme gegeben. Die EU- Gruppe - der 118 Beobachter aus 20 EU-Staaten sowie der Schweiz und Norwegens angehören - hat die Veröffentlichung ihres vorläufigen Berichts auf Montag verschoben. Wahlen in dem ölreichen Staat im Südwesten Afrikas, in dem 2002 einer der längsten Bürgerkriege des Kontinents mit über einer halben Million Toten endete, waren in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten immer wieder verschoben worden. Die Wahl an diesem Wochenende war ursprünglich auf zwei Tage angesetzt gewesen, dann sollte sie aber auf einen Tag verkürzt werden. Am Wahlsieg der aus einer Befreiungsbewegung hervorgegangenen Regierungspartei Movimento Popular de Libertação de Angola (MPLA) des seit 29 Jahren regierenden Präsidenten José Eduardo dos Santos bestehen kaum Zweifel. Stärkste Oppositionspartei ist die União Nacional para a Independência Total de Angola (UNITA) des 2002 bei einem Gefecht getöteten Ex-Rebellenchefs Jonas Savimbi. Die UNITA hatte bereits im Vorfeld des Urnenganges über massive Behinderungen im Wahlkampf geklagt. Das Ergebnis der Wahl wird frühestens kommende Woche erwartet, muss laut Gesetz aber spätestens innerhalb von 15 Tagen vorliegen. |
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