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Im Altertum standen die Küstengebiete des heutigen Algeriens unter der Herrschaft Karthagos, bis die Stadt von den Römern besiegt wurde. Unter der Bezeichnung Numidien und Mauretanien wurden sie zu römischen Provinzen, die bis zum Untergang des Römischen Reiches bestand. Im 7. Jahrhundert eroberten die muslimischen Araber das Land. Nach wechselnden Dynastien nutzten aus Spanien vertriebene Mauren das Machtvakuum. Gegen ihre Seeräubereien zog der spanische König Ferdinand der Katholische zu Felde. Die gegen ihn zu Hilfe gerufenen Türken machten das Land 1519 zum Bestandteil des Osmanischen Reiches. Ab 1830 eroberten die Franzosen Algerien und unterteilten es in Departements, womit sie es zum integralen Bestandteil des Mutterlandes machten. Nach der Landung amerikanischer und britischer Truppen 1942 wurde Algier zum Hauptquartier der Alliierten im westlichen Mittelmeer und zum Zentrum der französischen Widerstandsbewegung. Die algerischen Nationalisten sahen sich von den französischen Kolonialherren in die Illegalität gedrängt. 1954 begann der "Front de liberation nationale" (FLN) unter Ahmed Ben Bella den Kampf um Unabhängigkeit, der an die 8 Jahre dauerte, mehrere französische Regierungen verschließ und dem am Ende über 170.000 Menschen zum Opfer gefallen waren. Im März 1962 stimmte Frankreichs Präsident Charles de Gaulle dem Abkommen von Evian zu und erklärte am 3. Juli Algerien für unabhängig. Rund eine Million europäischer Siedler verließen bis Ende 1962 fluchtartig das Land. Premierminister wurde Ben Bella. Unter ihm bekam der FLN die Stellung einer Einheits- und Kaderpartei. Er selbst ließ sich 1963 mit weitreichenden Machtbefugnissen ausstatten. 1965 putschte Oberst Houari Boumedienne gegen die Regierung, ließ Ben Bella verhaften und übernahm die Staatsführung als Vorsitzender eines von Militärs dominierten Revolutionsrates. Erst 1975 kündigte Boumedienne eine neue Verfassung und Wahlen an. Der Verfassungsentwurf, der eine sozialistische Republik mit dem Islam als Staatsreligion vorsah, wurde im November 1976 mit 99,18% der Stimmen angenommen. Im Dezember wurde Boumedienne zum Präsidenten gewählt. Ende der 80er Jahre kam es zu inneren Unruhen, der Druck auf die regierende Partei wuchs. Der FLN beugte sich und erklärte 1988/89 per Verfassungsänderung die Trennung von Partei und Staat sowie das Recht auf Gründung politischer Vereinigungen. An den Wahlen im Dezember 1991 nahmen erstmals seit der Unabhängigkeit mehrere Parteien teil. Als sich ein erdrutschartiger Sieg der Islamischen Heilsfront (FIS) abzeichnete, zogen die Militärs die Notbremse. Das Parlament wurde aufgelöst, der zweite Wahlgang abgesagt, die Wahlergebnisse annulliert. Im März 1992 wurde der FIS per Gerichtsbeschluß verboten. Ein sogenanntes Hohes Staatskomitee setzte einen Nationalen Konsultativrat als Parlament ohne legislative Rechte ein. Noch im Frühjahr 1992 kam es zu ersten Unruhen, die bis heute andauern und über 80.000 Menschen das Leben kostete. Ein weiterer Konflikt zeichnet sich zwischen den Berbern und der arabischen Bevölkerungsmehrheit ab: im Juli 1998 kam es zu Unruhen, als die Regierung (zur Besänftigung der Islamisten) per Gesetz Arabisch zur alleinigen Staatssprache machte. Durch den 1999 neugewählten Präsidenten Abdel Aziz Bouteflika wurde nach Amtsantritt eine Generalamnestie verkündet. Französische Islamisten-Kenner warnen vor der Euphorie, mit der nach der Amnestie eine neue Ära in Algerien erwartet wird. Die Volksabstimmung zu einem Friedensreferendum am 16. September 1999 "Ja zum Frieden" werde noch einmal die mulimischen Extremisten mobilisieren.


Hintergrundberichte:

18.08.2004 Der Drahtzieher geht --> Der Abtritt des obersten Generals verwundert die Algerier. Mohamed Lamari galt lange als heimlicher Chef im Staat

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