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Wer denkt, Äquatorial-Guinea liegt genau dort, wo man es aufgrund seines Namens erwartet, irrt. Der westafrikanische Staat von der Größe Brandenburgs taucht auf dem Globus erst rund 200 Kilometer nördlich des Äquators auf. Das erste Fleckchen des heutigen Staatsgebietes entdeckte 1469 der Portugiese Fernandio Poo: eine Insel vor der Küste des heutigen Kameruns. Nach den Portugiesen kamen 1778 die Spanier. Das tropische Land brachte es zu einem bescheidenen Wohlstand durch den Export von Kaffee, Kakao und Nutzholz. Dies blieb so bis 1968. Als die Spanier Äquatorial-Guinea in die Unabhängigkeit entließen, riß sich Francisco Macias Nguema die Macht an sich - ein grausamer Diktator, dessen Machtmittel Terror und Willkür waren. 1972 kürte er sich zum Präsidenten auf Lebenszeit. Mit Folter und Zwangsarbeit unterdrückte er das Volk. Wer konnte, floh. Während der Herrschaft Nguemas verlor das Land ein Drittel seiner Bevölkerung. Mit der Außenwelt gab es kaum Kontakte, diplomatische Beziehungen nur zu wenigen Ländern, wie etwa die Volksrepublik China und zur DDR. Im August 1979 kam es zum Putsch und Nguema wurde hingerichtet. Der Neffe des Diktators, Teodore Obiang Nguema Mbasogo, übernahm die Macht. Der in Spanien ausgebildete entließ zunächst die politischen Gefangenen und stellte die Religionsfreiheit wieder her. Allerdings errichte auch Mbasogo eine Militärdiktatur und ließ sich 1989 und 1996 für jeweils 7 Jahre im Amt bestätigen, wobei die Wahlen von ausländischen Beobachtern als Farce bezeichnet wurden. Offiziell willigte der Präsident in eine Demokratisierung des Landes ein, doch Reformbewegungen bekämpft er rigerios: Andersdenkende wurden/werden verhaftet und Oppositionsbündnisse jeglicher Art aufgrund eines 1997 erlassenen Gesetzes verboten. Aktuelle Entwicklung: Der staatliche Radiosender im westafrikanischen Äquatorialguinea hat am 24.07.2003 den Präsidenten des Landes zu einem Gott erklärt und verkündet, er stehe in ständigem Kontakt mit dem Allmächtigen. In einer Sendung über "Frieden, Ruhe und die Ordnung im Lande" hieß es am Donnerstag, Präsident Teodoro Obiang Nguema sei "wie Gott im Himmel". "Er kann beschließen, jemanden zu töten, ohne dass ihn jemand zur Rechenschaft zieht oder er in die Hölle fährt, weil es Gott selbst ist, mit dem er in ständigem Kontakt ist und der ihm Kraft gibt", verkündete ein Vertrauter des Präsidenten in dem Staatssender. Der 61-jährige Obiang Nguema kam nach einem Staatsstreich vor 23 Jahren an die Macht. |
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