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Die Ursprünge der äthiopischen Geschichte sind Legende: Die Dynastiegründung durch Menelik I., Sohn von Salamon und der Königin von Saba, ist wichtiger Teil der äthiopischen Reichsideologie. In der Zeit des aksumitischen Reiches (seit 2. Jahrhundert) erfolgte die Christianisierung. Seit 1527 muslimische Einfälle, Abwehr mit portugiesischer Hilfe. Grundlage für das heutige Äthiopien legten die einigenden Kaiser Twodores II. (1855 - 1868) und vor allem Menelik II. (1889 - 1913), der durch seinen Sieg über die Italiener 1896 die Unabhängigkeit bewahrte und das Staatsgebiet vergrößerte. Die über 50jährige Herrschaft Haile Selassies nach 1916 (zunächst Regentschaft, Kaisertitel seit 1930) war nur durch die italienische Besetzung 1935 bis 1941 unterbrochen. 1962 Annexion Eritreas. 1974 Absetzung Selassies nach einem Militärputsch. Die sozialistische Militärregierung - starker Mann: Mengistu Haile Mariam - machte Äthiopien zur "Demokratischen Volksrepublik", die bald durch ständige politische Unruhen, Bürgerkrieg um die eritreische Unabhängigkeit, Krieg mit Somalia (1977 - 1988), Hungerkatastrophen und ethnische Konflikte destabilisiert wurde. Entspannung brachte 1990/91 der Zusammenbruch des Mengistu-Regimes. Eritrea wurde 1993 nach einer Volksabstimmung unabhängig, doch seit Mai 1998 schießen die Nachbarn wieder aufeinander. Seit 1994 läuft der zähe Prozeß gegen Tausende von Funktionsträgern des Mengistu-Regimes. Aber auch die neue Regierung geht mit Regimekritikern nicht zimperlich um: zahllose Verhaftungen ohne Begründung und Verfahren. Blutige Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Muslimgruppen. Die äthiopischen Truppen haben am 17. Mai 2000 ihren Vorstoß im Westen von Eritrea fortgesetzt. Ziel der Operation sei die Zerschlagung der feindlichen Armee, nicht die Eroberung von Ortschaften. In dem Kampf um eine absolut wertlose Wüstenlandschaft, der trotz anhaltender Hungerkatastrophen in beiden Ländern fortgesetzt wird, weiß keine der beteiligten Partei eigentlich, um was es (noch) geht. Inzwischen sind mehr als 330.000 Menschen, meist Eritreer, aus Lagern entlang der Grenze geflüchtet, die sie im vergangenen Jahr nach Gefechten bezogen hatten. Im Krieg am Horn von Afrika hat die Offensive äthiopischer Truppen in Eritrea eine Flüchtlingswelle ausgelöst. Tausende Menschen flüchteten in den angrenzenden Sudan, dessen Regierung um internationale Unterstützung bat. Ein Sprecher der sudanesischen Regierung sagte, im Grenzgebiet zu Eritrea hielten sich 40.000 Flüchtlinge auf. In der ereitreischen Hauptstadt Asmara werden bis zu 60.000 Flüchtlinge erwartet. Die USA haben am 21. Mai 2000 mit der Evakuierung von US-Bürgern aus Eritrea begonnen.

Am ersten Tag der Friedensgespräche am Horn von Afrika (30. Mai 2000) haben äthiopische Kampfflugzeuge am Montag die eritreische Hauptstadt Asmara angegriffen. Vier Maschinen bombardierten den neben dem internationalen Flughafen gelegenen Militärflugplatz und feuerten mehrere Raketen ab. Auf dem militärischen Teil des Flughafens wurden offenbar ein Treibstofflager und mehrere Gebäude getroffen. Die Startbahn war jedoch noch intakt, mehrere eritreische Kampfflugzeuge hoben kurz nach dem Angriff ab. Vor dem Abfertigungsgebäude gingen Bomben an Fallschirmen nieder und rissen bei der Detonation Krater. Die Angriffe lösten zudem ein Grasfeuer aus. Soldaten sperrten die Zugänge zum Flughafen für den Autoverkehr. Die Hauptstadt selbst sei nicht getroffen worden, meldeten eritreische Regierungsstellen. Größerer militärischer Schaden entstand offenbar nicht.

Der Flughafen von Asmara war schon bei Beginn des Krieges im Juni 1998 Angriffsziel der äthiopischen Luftwaffe. Später akzeptierten die Kriegsparteien jedoch ein von den USA initiiertes Abkommen, das Luftangriffe verbot. Ein 50-jähriger Geschäftsmann in Asmara kommentierte den jetzigen Angriff mit den Worten: "Wenn die Regierung nicht bald Vergeltung übt, wird Äthiopien so weitermachen." Eritrea meldete am Montag zudem Kämpfe in der Umgebung der 80 Kilometer vor Asmara gelegenen Stadt Tsorena und bei Bure im Osten des Landes.

Der Angriff auf den Flughafen von Asmara belastet auch die geplanten indirekten Friedensgespräche, zu denen Verhandlungsdelegationen beider Staaten in die algerische Hauptstadt Algier gereist sind. Unter Vermittlung der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) soll dort über ein Ende des Grenzkrieges verhandelt werden. In die Gespräche wollten sich auch eine Delegation der Europäischen Union und der Sondergesandte von US-Präsident Bill Clinton, Anthony Lake, einschalten.

Der für den 29.05. vorgesehene Beginn der Verhandlungen wurde auf den 30.05.2000 verschoben, weil der äthiopische Außenminister Seyoum Mesfin mit Verspätung in Algier eintraf. Sein eritreischer Amtskollege Haile Woldensae war bereits am 28.05. in der algerischen Hauptstadt eingetroffen. Die informellen Verhandlungen unter der Schirmherrschaft der OAU waren am 5. Mai ausgesetzt worden. Die äthiopische Armee griff daraufhin wieder das Nachbarland an.

Der äthiopische Ministerpräsident Meles Zenawi wies am 29.05.2000 in der Hauptstadt Addis Abeba erneut die Forderung Eritreas nach einer Feuerpause für die Dauer der Verhandlungen zurück. "Wir sollten verhandeln, während wir kämpfen, und wir sollten kämpfen, während wir verhandeln", sagte Zenawi vor afrikanischen Diplomaten.

Eritrea hatte einem Vorschlag der OAU zugestimmt und sich bereit erklärt, seine Truppen aus den umstrittenen Grenzgebieten zurückzuziehen. Für die Regierung in Asmara stelle der Truppenabzug jedoch keine Kapitulation dar, erklärte die Regierung in Asmara. Die äthiopischen Truppen wiederum setzten ihren Vormarsch fort und erklärten den Sieg über die zurückweichende eritreische Armee.

Die beiden ostafrikanischen Länder bekämpfen sich wegen Gebietsstreitigkeiten entlang ihrer rund tausend Kilometer langen gemeinsamen Grenze. Auch innenpolitische Probleme in beiden Ländern und ihr ausgeprägter Nationalstolz trugen zur Eskalation des Konflikts bei. Sowohl in Äthiopien als auch in Eritrea sind Millionen von Menschen wegen der anhaltenden Dürre von einer Hungersnot bedroht. Trotzdem haben die Regierungen hunderte Millionen Dollar für den Kauf von Waffen ausgegeben. Vor den Kämpfen fliehen Hunderttausende aus Eritrea nach Westen in den benachbarten Sudan.

Das Uno-Flüchtlingshilfswerk berichtet, rund 30 000 Vertriebene seien seit Wiederaufflammen der Kämpfe allein in die Stadt Kassala gekommen.

Die Helfer gehen davon aus, dass in der Stadt noch weitere 50 000 Menschen Zuflucht suchen werden.

In Äthiopien ist am 24.02.2004 der Völkermord- Prozess gegen den ehemaligen Staatschef Mengistu Hailé Mariam wieder aufgenommen worden. Vor dem Obersten Gerichtshof in Addis Abeba sind der einstige Staatschef sowie 65 weitere Politiker und Militärs wegen Völkermordes sowie weiterer Verbrechen in den 70er Jahren angeklagt. Der Prozess soll auch versuchen, den Tod von Kaiser Haile Selassi 1974 aufzuklären. Auf der Angeklagebank erschien nur etwa ein Dutzend Häftlinge; Mengistu und weitere Angeklagte haben sich ins Exil geflüchtet.

Zwei Tage nach der Parlamentswahl in Äthiopien hat die Opposition der Regierungspartei EPRDF vorgeworfen, mit unrechtmäßigen Mitteln an der Macht festzuhalten. Dass die Regierungspartei am 16.05.2005 ihren Wahlsieg verkündet habe, sei ein klares Zeichen dafür, dass sie die demokratische Entscheidung der Bevölkerung nicht annehmen wolle, sagte der Vize-Chef des äthiopischen Oppositionsbündnisses Koalition für Einheit und Demokratie, Berhau Nega.


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