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Äthiopien, ein sehr gebirgiges Land am Horn von Afrika, verliert 1993 mit der Unabhängigkeit von Eritrea seinen Zugang zum Roten Meer. Fast das ganze Territorium wird durch das äthiopische Hochland, einem weiten Hochplateau aus Urgestein, beherrscht. Im Westen fällt das Hochland sanft ab, seine Ausläufer im Norden fallen dagegen steil in Richtung des Nachbarlandes Eritrea ab. Eine tiefe Bodensenke, das östliche Rift, durchzieht das Land von Südwesten nach Nordosten und teilt das äthiopische Hochland. Das östliche Rift ist Teil des Ostafrikanischen Grabens, einer großen tektonischen Verschiebung, die sich von Mosambik in Ostafrika bis zur Türkei in Kleinasien erstreckt. Im Westen dieser Senke zeigt das Hochland abwechselnd Täler und Berge, die höher als 4 000 m sind. Der höchste Gipfel ist der Ras Dashen (4 620 m). Zahlreiche Flüsse entspringen in dieser Region, wie der Omo, der den Turkansee bzw. Rudolfsee, der ganz im Süden bereits auf kenianischem Gebiet liegt, speist. Ebenso findet sich in dieser Region der Tanasee, der größte von Äthiopien. Aus diesem See entspringt der größte Zufluß des Nils: der Abay oder Blaue Nil, der von seinem Ausfluß aus dem See in die Wasserfälle von Tissiat übergeht. Der Nil erhält reichliche Stromabflußmengen von anderen Nebenflüssen wie Tekaze, Akabo oder Sobat, die in den westlichen Bergen des äthiopischen Hochlandes entspringen. Östlich vom Rift sind die Flüsse, die zum Indischen Ozean hin verlaufen, weniger zahlreich und sie führen weniger Wasser. Zu nennen sind hier der Shebele, der Genale und der Juba.
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