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Um 2900 v.Chr. wurden Ober- und Unterägypten erstmals unter einer politischen Führung vereinigt und die erste von 30 Dynastien entstand. Pharaonen und Priester schufen im fruchtbaren Niltal eine Hochkultur, die die Hieroglyphenschrift, den ägyptischen Kalender, ein vielfältiges Götterpantheon und einen ausgeprägten Totenkult hervorbrachten. Das erste monumentale Bauwerk, die Stufenpyramide von Sakkara, entstand in der 3. Dynastie des Alten Reiches um 2600 v. Chr. Höchste Vollendung erreichte die Pyramidenbaukunst in der 4. Dynastie unter den Pharaonen Snofru, Cheops, Chephren und Mykerinos. Das Neue Reich (1551 - 1070 v. Chr.) wurde Weltmacht und brachte in der 18. Dynastie die Pharaonen Amenophis III., Echnaton und Tutanchamun hervor. Mit König Ramses III. (20. Dynastie) regierte der letzte große Pharao. Nach ihm zerfiel das Reich. Seit der 22. Dynastie regierten Fremdherrscher das Land - die sich allerdings meist der ägyptischen Kultur anpaßten. Von 525 bis 404 v. Chr. wurde Ägypten Teil des persischen Reiches. Mit der Eroberung durch Alexander den Großen (332 - 323 v. Chr.) begann die Hellenesierung des Landes. Unter der makedonischen Dynastie der Ptolomäer (323 - 30 v. Chr.) erlebte Ägypten eine erneute Blütezeit und weckte die Begierde des Römischen Reiches. Nach der Eroberung Alexandrias durch den römischen Feldherren Octavius (30 v. Chr.) nahm sich Ägyptens letzte Königin, Kleopatra VII., das Leben. Bis 395 n. Chr. war Ägypten Teil des römischen Weltreiches, dann 243 Jahre unter byzantischer Herrschaft. Im 5. Jahrhundert entstand die nationalägyptische (koptische) Kirche. Sie wurde durch die byzantinische Verwaltung verfolgt und deshalb wurden die muslimisch-arabischen Eroberer (seit 639) als Befreier begrüßt. Ägypten wurde Provinz des Kalifenreiches und Kultur, Sprache und Religion der neuen Herren durchdrangen das Land. Auf die Dynastie der Mamluken, Nachfahren ehemaliger türkischer Sklaven, folgte 1517 - 1798 die unmittelbare Herrschaft der Osmanen, die durch Napoleons Expedition (1798 - 1801) de facto beendet wurde. Damit begann der gut 150 Jahre währende Einfluß Europas, insbesondere Großbritanniens. Der Bau des Suezkanals (1859 - 1869) diente ausschließlich europäischen Wirtschaftsinteressen und stürtzte Ägypten in seine erste Finanzkrise. Die Dominanz Englands endete nach vielen Zwischenschritten erst 1956 mit der Verstaatlichung des Suezkanals. Bereits am 23. Juli 1952 hatte eine nationalistische Bewegung König Faruk zum Abdanken gezwungen. Am 18. Juni 1953 wurde Ägypten Republik, 1954 Gamal Abd el-Nasser Staatspräsident. Außenpolitisch orientierte sich Nasser auf die sozialistischen Staaten und die Bewegung der Blockfreien. Vor allem aber verfochte er die Idee des "Pan-Arabismus", der Einheit der arabischen Staaten. Für kurze Zeit gelang es Nasser sogar, Syrien und später auch den Jemen zur "Vereinigten Arabischen Republik" zu vereinen (1958 - 1961). Die wirtschaftlichen Probleme des Landes versuchte Nasser mit einem "arabischen Sozialismus" in den Griff zu bekommen. Die vernichtende Niederlage im Sechs-Tage-Krieg 1967 gegen Israel offenbarte jedoch das Scheitern des "Nasserismus" und förderte langfristig eine andere Ideologie: den politischen Islam. Bereits 1928 war in Ägypten die "Muslimbruderschaft" entstanden, die zur Keimzelle aller modernen islamistischen Bewegungen werden sollte. Während Nasser die Muslimbrüder verfolgen ließ, vertrat sein Nachfolger Anwar el-Sadat (1970 - 1981) ihnen gegenüber eine gemäßigte Politik. Außenpolitisch verfolgte Sadat einen Kurs der "Öffnung" gegenüber dem Westen und drängte den Einfluß der Sowjets zurück. Der Jom-Kippur-Krieg, der mit einem Waffenstillstand ohne Sieger und Besiegte endete, aber den Mythos von der Unbesiegbarkeit Israels zerstörte, führte zu einem neuen Selbstbewußtsein in der arabischen Welt und veranlaßte Sadat auch gegenüber Israel zur Kurskorrektur. Ein erstes Truppenentflechtungsabkommen mit Israel wird 1974 unterzeichnet, im November 1977 folgte Sadats Besuch in Jerusalem als Geste des Friedens und schließlich, nach Vermittlung durch US-Präsident Jimmy Carter, am 26. März 1979 in Washington der Friedensvertrag mit Israel. Nach der Ermordung Sadats 1981 setzte dessen Nachfolger Mubarak die prowestliche Politik fort. Im Golfkrieg 1991 beteiligte sich Ägypten an der antiirakischen Koalition. Im Nahen Osten gilt Ägypten als Stabilitätsfaktor. Seit der Ermordung Sadats herrscht im Land der Ausnahmezustand. Die Notstandsgesetze werden vor allem gegen Islamisten eingesetzt, die vermutlich auch für ein - gescheitertes - Attentat auf Mubarak im Juni 1995 verantwortlich waren. Amnesty International beklagt Folter, grob unfaire Prozesse und extensive Anwendung der Todesstrafe: 1997 wurden 55 Todesurteile verhängt und 24 davon vollstreckt. |
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