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Die sprachliche Vielfalt Mittel- und Südamerikas ist ein genaues Spiegelbild der ethnischen und soziokulturellen Merkmale des Kontinents. Neben Spanisch und Portugiesisch, die von einer Mehrheit gesprochen werden, drücken sich noch 15% der Bevölkerung in indigenen Sprachen aus, die über die Jahrhunderte überlebt haben. Diese Sprachen bilden das schönste kulturelle Erde des bunten ethnischen Mosaiks in Amerika. Die am häufigsten gesprochenen Sprachen in Südamerika (in %)
Anzahl der Menschen, die diese Sprache sprechen
Ein neues Selbstverständinis Derzeit sind zwischen 175 und 250 Indianersprachen in Mittel- und Südamerika ernsthaft vom Aussterben bedroht. Viele dieser Sprachen werden nur in den kleinen Dörfern der Einheimischen im brasilianischen Amazonasbeckens gesprochen. Tatsächlich ist Brasilien das Land mit dem größten Verlust von autochthonen Sprachen. Schätzungen zufolge verschwanden seit Beginn der europäischen Kolonisation ungefähr 540 Indianersprachen. In den letzten 25 Jahren des 20. Jahrhunderts ist jedoch ein zunehmender Wille zur Bewahrung der kulturellen Besonderheiten der verschiedenen ethnischen Gruppen zu beobachten. Über die Gründung des Ständigen UN-Forums für indigene Angelegenheiten im Jahre 2000 hinaus änderten die meisten mittel- und südamerikanischen Länder ihre Verfassungen dahingehend, daß die Rechte der Indianer anerkannt und ihre soziokulturellen Besonderheiten geschützt werden. Drei Länder erhoben Indianersprachen zu Amtssprachen: Peru (Quechua), Paraguay (Guarani) und Bolivien (Quechua und Aymara). In vielen Staaten (u.a. Chile, Guatemala und Peru) stehen außerdem Indianern Bildungsmöglichkeiten in der englischen Sprache zur Verfügung. Indigene Völker In der präkolumbianischen Zeit erreichte die Zahl der nativen Bevölkerung Amerikas ungefähr 70 Millionen Einwohner. Mit der Eroberung verringerte sie sich nach und nach auf 20 bis 30 Millionen Ende des 20. Jahrhunderts. Heutzutage gehören die Indianer im allgemeinen zu den ärmsten Bevölkerungsschichten mit den größten Schwierigkeiten bei der vollständigen Entfaltung ihrer Kultur. Die ethnolinguistische Maya-Gemeinschaft stellt derzeit ungefähr 45% der Bevölkerung Guatemalas. Es handelt sich um eine ethnische Familie, der verschiedene Stämme angehören, die ihre traditionelle Lebensweise bewahrt haben.
Die in Amazonien in Äquatornähe beheimateten Shuar sind besonders freiheitsliebend. Früher waren sie wegen des bis Mitte des 20. Jahrhunderts ausgeübten Brauch, aus den Köpfen ihrer Feinde sogenannte "Tsantsa" (Schrumpfköpfe) herzustellen, bekannt.
Vor der Ankunft der Spanier gab es über eine Million Araucanos. Heute sind es kaum mehr als 200 000. Die große Mehrheit lebt in Chile, da sie in Argentinien ausgemerzt oder zu Mestizen wurden.
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