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Trotz der durch die Bevölkerung europäischer Herkunft angebahnten Gleichförmigkeit ist der kleinste Kontinent der Erde heute mehr denn je eine komplexe Welt. Zu der Rassenvielfalt, die das Inselterritorium des Pazifik kennzeichnet, muß man noch die außerordentliche Vielfältigkeit der Eingeborenensprachen hinzufügen, die meist von aus weniger als hundert Personen bestehenden Gemeinschaften gesprochen werden. Fünf rassische Hauptgruppen - unter denen die australische als einer der ursprünglichsten eingeordnet wird - und mehr als 1 300 Sprachen bestätigen das. Die am häufigsten gesprochenen Sprachen in Ozeanien (Anzahl der Menschen, die diese Sprache sprechen)
Der Inselcharakter hat Jahrhundert hindurch die Koexistenz von mehr als 1 300 Sprachen begünstigt, die aus neun Sprachfamilien hervorgegangen sind, darunter die austronesische (Malaiisch-polynesisch), die transneuguineische, die Sepik-ramu- und die australische Familie. Das Territorium Papua-Neuguineas, das 823 verschiedene Sprachen zählt, weist die weltweit größte Sprachenvielfalt auf. Dennoch durchleben die Eingeborenensprachen derzeit eine tiefe Krise. Nur Samoanisch, Fidschianisch sowie Enga, Melpa, Tongaisch und Tahitisch werden von mehr als 100 000 Menschen gesprochen. Bis zum 20. Jahrhundert wurden die lokalen Sprachen vor allem dank der Isolation lebendig erhalten. Heute weihen die Einwanderung und die von den dominierenden - vor allem aus dem Englischen stammenden - Redewendungen geprägte Kommunikation die einheimischen Sprachen dem Untergang. Jedes Jahr stirbt ein Teil davon aus. Um diese Entwicklung zumindest aufzuhalten, haben die Maoris Neuseelands sogenannte "kohanga reo" (Sprachnester) eingerichtet, wo die Kinder die Maorisprache mittels totaler Immersion erlernen können. Fünf Rassen Ozeanien bevölkern fünf große eingeborene Gruppen: australische Ureinwohner, Papuas, Melanesier, Polynesier und Mikronesier. Die drei erstgenannten haben dunkle Haut, die anderen weisen mongolische Züge auf. Die Mikronesier sind eine Mischung aus Papua-Melanesiern und Polynesiern. Die älteste und homogenste Gruppe ist diejenige der Australier, die mit den Veddas Sri Lankas im Norden und den ausgestorbenen Tasmaniern im Süden verwandt sind. Die melanesischen Rassen entspringen der Mischung von Negritos, Malaien, Polynesiern und Australiern. Dominierend ist die dunkelhäutige Morphologie. Dieser Kategorie gehören die Papuas von Papua-Neuguinea, die Pygmäen der Salamonen und die Kanaken Neukaledoniens an. Die charakterischsten Vertreter der mikronesischen Gruppe sind die Fidschianer. Die Polynesier sind eine Mischung aus Papuas und Malaien. Im Unterschied zu den vorgenannten dominieren bei ihnen mongolische Züge. Diese Gruppe umfaßt die Maoris Neuseelands, die Tongaer, Samoaner und Hawaiianer.
Australische Ureinwohner Derzeit leben in Australien 170 000 Aborigines, dreimal mehr als Anfang des 20. Jahrhunderts, jedoch bedeutend weniger als die 350 000, auf die sich ihre Zahl im 18. Jahrhundert zu Beginn der britischen Kolonisation belief. Seit 1920 in Reservaten verbannt, sind unter den zahlreichen Stämmen vor allem diejenigen der Nordküste des Nordterritoriums, die Pitjandjara Zentralaustraliens und die Njangamarda des Westens zu nennen. 31 der 250 von den Aborigines gesprochenen Sprachen sind heute ausgestorben.
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