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Der demografische Übergang Afrikas vollzieht sich langsam und selbst wenn die Fruchtbarkeitsziffer allmählich zurückgeht, bleibt sie sehr hoch. Die Lebenserwartung ist sehr niedrig und verringert sich in vielen Ländern nach und nach durch die Auswirkungen von AIDS und Hunger. Dennoch ist ein deutlicher Unterschied feststellbar zwischen dem Norden Afrikas mit einer der westlichen Welt ähnlichen demografischen Entwicklung und dem Afrika südlich der Sahara, dessen Bevölkerung von Katastrophen jeder Art heimgesucht werden. Schwindelerregendes Wachstum Die Wachstumsrate der afrikanischen Bevölkerung entspricht der Tendenz der Entwicklungsregionen, das heißt, sie ist sehr hoch. Der Kontinentaldurchschnitt beträgt 1,94%, was deutlich über dem Weltdurchschnitt von 1,14% und geringfügig über dem der Entwicklungsregionen mit 1,9% liegt. Die beiden Länder mit den höchsten Wachstumsraten des Kontinents und der Erde, mit Ausnahme von vier Ländern, sind Somalia und Sao Tome mit 3,4% bzw. 3,2%. Halten sich diese Zahlen, wird sich ihre Bevölkerung innerhalb von 20 Jahren verdoppelt haben.
Bevölkerungsverdoppelung
Weniger große Lebenserwartung Obwohl die Lebenserwartung steigt, ist der Maghreb (65,7 Jahre) die einzige Region, die den Weltdurchschnitt von 65,4 Jahren erreicht. In fast allen Ländern südlich der Sahara ist die Lebenserwartung sehr niedrig und verringerte sich in den 90er Jahren aufgrund von AIDS und Bürgerkriegen noch weiter. Zu den dramatischen Fällen gehört die Situation in Botswana, wo AIDS die Lebenserwartung um mehrere Jahre verringerte. Angola wiederum hat die zweitniedrigste Lebenserwartung der Welt: Armut und Konflikte erhöhten die Kindersterblichkeit auf das weltweit höchste Niveau von 195,5%o.
Lebenserwartung (in Jahre)
Durchschnittsalter der Bevölkerung (in Jahre)
Kindersterblichkeit (je 1000 Neugeborene)
Hunger und AIDS: zwei afrikanische Tragödien 40 Millionen Afrikaner sind mit dem HI-Virus infiziert oder bereits an AIDS erkrankt. Weltweit sind dies 70% der Erwachsenen und 80% der Kinder, die das HI-Virus in sich tragen. 83% der an AIDS gestorbenen Personen lebten in Afrika, wo die Epidemie zehnmal mehr Todesopfer als die bewaffneten Konflikte forderte. Afrika südlich der Sahara ist die am meisten betroffene Region: in sechs Ländern sind mehr als 10% der Erwachsenenbevölkerung mit AIDS infiziert. Obwohl sich die Zahl der Infizierten in dieser Region einpendelte, zum Teil deshalb, weil die Zahl derer, die infiziert werden können, stetig geringer wird, hat sich die Krankheit in den Ländern, die bis 2000 relativ geringe Infektionsraten aufweisen wie der Niger, dem bevölkerungsreichsten Staat Afrikas, ausgebreitet. Mit 5,3 Millionen Infizierten ist Südafrika das Land mit der weltweit größten Zahl von AIDS-Kranken. Zu dieser Situation kommt hinzu, daß der Tod von Erwachsenen im Erwerbsalter (allein in den 25 von AIDS am stärksten betroffenen Ländern starben seit 1985 ungefähr 7 Millionen Landarbeiter) die Produktivität der Familien und ihre Fähigkeit, Lebensmittel zu kaufen, verringerte, wodurch die Fälle von Unterernährung zunahmen.
Ein Kontinent ohne ältere Menschen In Afrika, insbesondere in Somalia, Niger, Uganda, der Demokratischen Republik Kongo und Mali, wird die höchste Fruchtbarkeitsziffer der Welt erreicht. Der Kontinentaldurchschnitt c(4,79 Kinder pro Frau) ist ebenfalls der größte weltweit. Die Länder, deren Fruchtbarkeitsziffer sich dem Weltdurchschnitt (2,62 Kinder) nähert, sind jene mit dem höchsten Einkommen und dem besten Zugang zu Verhütungsmitteln wie die Seychellen (1,8 Kinder), wo das BIP pro Kopf - nach dem von Äquatorial-Guinea - das größte Afrikas ist. Das gleiche gilt auch für Mauritius mit 1,97 Kindern und dem dritthöchsten BIP auf dem Kontinent. Diese beiden Inseln weisen auch die niedrigste Kindersterblichkeit des Kontinents auf. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung. das sich auf Mauritius 30 Jahre (das höchste) und in Uganda auf 15 Jahre (das niedrigste) beläuft, gibt eine Vorstellung vom demografischen Gewicht der Jugend in den afrikanischen Gesellschaften und de4s stetig schrumpfenden Anteils der älteren Menschen. In Uganda werden z.B. bis zum Jahr 2025 nur noch 1,9% der Gesamtbevölkerung über 65 Jahre alt sein.
Fruchtbarkeitsziffer (Kinder je Frau)
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