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Obwohl ungefähr 2 000 afrikanische Sprachen identifiziert wurden, haben sich als Folge der Kolonisation nacheinander drei große Sprachräume herausgebildet: das englischsprachige, das französischsprachige und das arabischsprachige Afrika. Dies gilt nicht nur für die verschiedenen ethnischen Gruppen, deren Zahl auf über 3 000 geschätzt wird. Viele von ihnen bewahrten ihre Identität und Lebensweise, indem sie sich den Ressourcen ihres Gebietes anpaßten. Die am häufigsten gesprochenen (Amts-)Sprachen in Afrika (Anzahl der Menschen, die diese Sprache sprechen)
Konsenssprachen In Afrika werden über 2 000 Sprachen gesprochen. Neben Arabisch sind die am weitesten verbreiteten Sprachen Suaheli und Haussa, die jeweils von mehr als 10 Millionen Menschen gesprochen werden. Die anderen Sprachen werden von einigen Tausend Menschen gesprochen und nur etwa ein Dutzend Sprachen erreicht die Millionengrenze. In wenigen Sprachen gibt es schriftliche literarische Aufzeichnungen, aber die Mehrheit von ihnen besitzt eine lange Tradition der mündlichen Literatur. Um die sprachliche Vielfalt zu bewältigen, entwickelte man Bezugssprachen, die in größeren geographischen Gebieten als Zweitsprache gesprochen werden. Dazu gehört
Die einzigen Ländern, in denen keine Kolonialsprache und ebenso wenig Arabisch als offizielle oder inoffizielle Sprache neben den lokalen Sprachen übernommen wurde, sind Äthiopien, wo Amharisch offizielle Sprache ist, und Somalia, wo man Somali spricht. Beide Sprachen sind semitischen Ursprungs. Amtssprachen
Ethnien von Norden nach Süden Fast dreitausend verschiedene Ethnien sind bekannt. Im, Norden dominieren die Kaukasoiden, überwiegend Berber und Araber, die ein Viertel der Bevölkerung Afrikas darstellen. Die schwarze Bevölkerung der südlichen Sahara (70% der Afrikaner) setzt sich zusammen aus Sudanesen, Nilotiden und Bantu-Völkern. Buschmänner und Hottentotten verteilen sich auf die südliche Hälfte Afrikas und die Kalahari-Wüste und die Pygmäen auf die Wälder der Äquatorialregion. Die Beduinen in Nordafrika sind Nomadenhirten, die mit ihren Herden durch den Norden Afrikas und den Mittleren Osten ziehen. Viele amtierende Regierungen zwangen sie, in Dörfern und Städten seßhaft zu werden, so daß nur noch 10% von ihnen Vollnomaden sind. Die Beduinen sind Muslime und sprechen mehrere Arabisch-Dialekte; viele von ihnen sind jedoch Analphabeten.
Die Turkana sind ein Nomadenvolk, das westlich des Turkanasees in der Wüste Kenias lebt. Sie können sehr groß werden und gelten als kräftig, schweigsam, resigniert und kampflustig.
Die Boror gehören zu den Fulani, die Sudanesen mit nordafrikanischen Einflüssen sind. Die sind Nomaden und berühmt für ihre große Schönheit, auf der sie besonderen Wert legen.
Die Pygmäen, kleingewachsene Nomadenvölker, sind Jäger und Sammler und leben vom Handel mit den benachbarten Bauerngemeinschaften, deren Sprache sie übernommen haben.
Zunehmende Verbreitung des Islams in Afrika Nach ihren Eroberungen im 7. Jahrhundert führten die Araber die Kultur des Islam in allen Gebieten Nordafrikas und in einem Teil Ostafrikas ein. Ihre Expansion gestattete ihnen die Kontrolle eines ausgedehnten Gebietes, das sich vom Nil bis nach Marokko im Westen und bis zum Horn von Afrika und Sansibar an der Küste des Indischen Ozeans erstreckte. In dieser Region sind die wichtigsten Zivilisationen durch das Aufeinandertreffen der Araber mit den früheren Völkern entstanden. Die Region südlich der Sahara wurde weniger intensiv islamisiert und im 17. Jahrhundert dehnten die Araber ihre Eroberungen von Mosambique bis zu den Großen Seen aus. Am Golf von Guinea verhinderte die portugiesische Präsenz ab dem 15. Jahrhundert die Verbreitung des Islams ebenso wie in der südlichen Hälfte, die von holländischen Siedlern dominiert wurde. Zwischen 1970 und 1980 kam es in den meisten Ländern nach Erlangung ihrer Unabhängigkeit trotz der Bemühungen zur Demokratisierung zu einer langen Phase politischer Instabilität und schwerer wirtschaftlichen Krisen. In vielen Ländern trat daher der Panarabismus als eine neue Form des Zusammenhalts und der Zusammenarbeit zwischen den Staaten in Erscheinung. Dadurch faßte der Islam in Afrika erneut Fuß und erwies sich als eine Entwicklungsalternative.
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