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Die afrikanischen Wasserläufe sind im allgemeinen lang und schwer schiffbar zu machen. Ihre Wasserführung hängt ganz erheblich von der Regenhäufigkeit ab: in den feuchten Jahreszeiten kommt es oft vor, daß die Ströme weite Sumpfgebiete überschwemmen. Das Flußnetz wird von einigen großen Seen ergänzt. Wegen der Trockenheit eines Teils des Kontinents und den Dürreperioden ist der Wassermangel eines der Hauptprobleme Afrikas.
Der Nil, Ursprung des Lebens Mit einem Becken von 3 000 000 km2, das sich vom Äquator bis zum Mittelmeer erstreckt, und einem Flußlauf von 6 693 km, der durch sechs Länder führt (Burundi, Tansania, Ruanda, Uganda, Sudan und Ägypten) ist der Nil der längste Fluß Afrikas und nach dem Amazonas der zweitlängste der Welt. Der Nil entspringt in Burundi als Kasumo, einem Wasserlauf, der im unteren Teil zum Kagera übergeht und als solcher in den Victoriasee mündet. Von diesem See aus führt der Victoria-Nil - nunmehr in Uganda - in den Albertsee. Dort entsteht der Albert-Nil, der an der Grenze zum Sudan in den Weißen Nil übergeht. Bei Khartum vereinigt sich der Weiße Nil mit dem aus dem Tanasee in Äthiopien kommenden Blauen Nil. Ab der sudanesischen Hauptstadt durchquert der Nil 2 700 km Wüste und passiert dabei seine sechs berühmten Wasserfälle, ehe er unter Ausbildung eines enormen Deltas ins Mittelmeer mündet. Mehrere Abschnitte des Nils sind schiffbar, insbesondere der Bereich zwischen dem Delta und Assuan. Dieser große Staudamm ermöglicht nicht nur die Eindämmung der historischen Überschwemmungen, sondern auch die Nutzung seiner Gewässer, die zur Stromerzeugung und Bewässerung der ägyptischen Ackerböden essenziell sind. Der durchschnittliche Jahreszufluß in der Mündung ist 2700 m3/s, charakteristisch ist eine deutliche Schwankung im Verlauf des Jahres.
Das Okavango-Delta Der untere Lauf des Kubango (Angola), der Okavango, bildet im Norden Botswanas ein großes Binnendelta: das Okavango-Delta. Dieses 15 000 km2 große Delta wird von Desertifikation bedroht und stellt aufgrund der enormen Vielfalt der dort lebenden Tierarten einen wertvollen Lebensraum dar. Für den Schutz des Deltas ist das Ständige Komitee des Okavango-Beckens (OKA-COM) zuständig, dem seit 1994 Namibia, Botswana und Angola angehören. Im Jahr 1996 verkündete Namibia den Notstand wegen der Dürre und forderte den Bau von 250 km Wasserleitungen, um Wasser aus dem Okavango-Delta zu nutzen. Dieser Plan wurde 2003 umgesetzt. Die Pipeline bringt 120 Millionen m3 Wasser (das sind 1,2% des gesamten Delta-Wasseraufkommen) in die namibische Hauptstadt.
Die Große-Seen-Region Die Große-Seen-Region befindet sich zwischen Zentral- und Ostafrika und besteht aus dem Kyoga-, Albert-, Edward-, Victoria-, Kivu- und Tanganyika-See. Diese Seen sind lebenswichtig für die Region, weil sie ausgedehnte fruchtbare Gebiete mit Wasser bedienen und die physischen Grenzen zwischen Uganda, Kenia, der Demokratischen Republik Kongo, Ruanda, Burundi, Tansania und Sambia bilden. Mit Ausnahme des Victoria-Sees liegen alle Seen am westlichen Zweig des Ostafrikanischen Grabenbruches und mit Ausnahme des Tanganyikasees sind sie alle mit dem Nil verbunden. Der Tschadsee Der von Tschad, Niger, Nigeria und Kamerun umgebene Tschadsee hat eine Fläche zwischen 13 000 und 26 000 km2. Der See, Überbleibsel eines einstiges Meeres, steht im Begriff, wegen der übermäßigen Nutzung seiner Ressourcen und der globalen Erderwärmung auszutrocknen. Die NASA gab bekannt, daß der Tschadsee bereits zwanzig Mal kleiner ist als vor 15 Jahren. Durch die Trockenheit und die unaufhaltsame Ausbreitung der Dünen verringert sich die Süßwassermenge im See. |
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