Finanzwesen 2.0 gescheitert? Bitcoin-Zukunft ungewisser denn je

Noch vor zwei Jahren sah alles danach aus, als würden Digitalwährungen wie der Bitcoin das klassische Geldsystem bald komplett ersetzen. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet: Nicht wenige Experten sehen die digitalen Währungen als gescheitert, allen voran immer wiederkehrende Betrugsfälle haben das Vertrauen in die Coins geschmälert und damit womöglich deren Ende besiegelt.

Doch noch sind die Bitcoins nicht tot. Ihre praktischen Vorteile sind nach wie vor nicht von der Hand zu weisen – der Grundgedanke, Geld anonym und ohne Zeitverlust transferieren zu können, ist schließlich nicht verkehrt. In der Umsetzung zeigen sich jedoch viele Schwächen; nicht ohne Grund stagniert der Bitcoin seit etlichen Monaten auf einem Niveau von 220 bis 250 Euro pro Coin, also weit unter dem Höchststand von 2013.

Und wenn schon von Sicherheit die Rede ist, an dieser Stelle ein Tipp für Besitzer: So hochmodern digitale Währungen auch sind, so klassisch sind die Wege, sie vor Fremdzugriffen zu schützen. Denn Bitcoin und Co. sind ausschließlich über codierte Zahlenketten definiert; diese gilt es zu schützen und zu bewahren, um den Zugriff auf das Geld zu behalten.
Dokumententresore können dabei behilflich sein: Tatsächlich notieren viele Coin-Besitzer die Zahlenkette auf einem Zettel und verschließen ihn im Tresor. Auf diese Weise sind die Coins auch offline gesichert, in Zeiten der steigenden Cyberkriminalität ein einfaches, aber probates Mittel, um sein Geld zu schützen.

Wenn Millionensummen spurlos verschwinden

Trotzdem kommt es immer wieder zu Vorfällen im großen Stil. Der letzte aufsehenerregende „Raubzug“ fand im Februar 2015 statt, als ganze 342 Millionen Euro durch ein Schneeballsystem einfach verschwanden. Und das ist nicht der erste Fall: Am bekanntesten war der Niedergang der Plattform Mt.Gox, die noch vor zwei Jahren für einen Großteil der weltweiten Bitcoin-Transaktionen verantwortlich war. Wenige Monate später folgte die Insolvenz, insgesamt 650.000 Bitcoins waren im Zuge krimineller Aktivitäten verschwunden, nach heutigem Stand ein Wert von über 150 Millionen Euro.

Das Fazit ist somit klar: So lange die Sicherheit nicht grundlegend verbessert wird, werden sich Coin-Währungen nicht als Alternative zum intransparenten Bankenwesen durchsetzen können. Zu viel Geld steht auf dem Spiel, zu wenig Vertrauen ist auf Seiten von Anlegern vorhanden, um Coins zum weltweiten Zahlungsmittel Nummer 1 zu machen. Ob sich daran etwas ändert, ist fraglicher denn je – aktuell steht ein möglicher Bankrott der Bitcoin-Foundation im Raum, was die Situation nicht gerade verbessert.

Bild: © istock.com/merznatalia

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