Banken in Europa: Auf der Suche nach Transparenz

Seit nunmehr sieben Jahren spürt Europa die Folgen der Bankenkrise von 2008, die zu einer massiven Schuldenkrise im EU-Raum geführt hat. Gelitten hat dabei nicht nur das Image der EU-Politiker, die scheinbar nicht in der Lage sind, die wirtschaftlichen Probleme des Kontinents zu lösen, sondern vor allem auch das Image der Banken. Verbraucher sehen sich zunehmend nach Alternativen um.

Nach der Bankenkrise ist vor der Bankenkrise

Die Unkenrufe häufen sich in letzter Zeit wieder: Droht eine neue Bankenkrise in der EU, obwohl die Nachwehen der ersten Krise noch lange nicht ausgestanden sind? Anfang Juni stufte die amerikanische Ratingagentur Standard & Poor zahlreiche europäische Banken ab.

Den deutschen Verbraucher wird dies nicht weiter wundern. Schließlich misstrauen die meisten Deutschen den Banken seit einigen Jahren zutiefst. Einer Umfrage des Handelsblattes zufolge hat nur jeder vierte Anleger Vertrauen zu seinem Berater. Die meisten Kleinanleger sind längst der Überzeugung, dass sich die Banken auf ihre Kosten bereichern und sie mit komplizierten Produkten über den Tisch ziehen. Gefragt sind daher Alternativen.

Transparente ethische Banken boomen

Da ist es kein Wunder, dass sich Anleger nicht nur in Deutschland nach neuen Optionen umschauen. Gefragt sind vor allen Anlagemöglichkeiten wie ethisch-ökologische Girokonten der Ethikbank, die auf nachhaltige Produkte setzen. Umweltschutz statt Spekulation mit Lebensmitteln heißt die Devise. Auch auf Investitionen in Kernkraft oder Waffengeschäfte wird ausdrücklich verzichtet. Dazu kommen weitere Angebote wie das MikroKonto für Personen, die von einer Privatinsolvenz betroffen sind, und Kredite zur Förderung des ökologischen Bauens.

Was können ethische Banken bewegen?

Derzeit haben die ethischen Banken in ganz Europa nur geringe Marktanteile, doch diese wachsen – entgegen dem Trend. Marktforscher erwarten eine weitere Steigerung, denn einer Umfrage zufolge könnten sich rund 16 Millionen Deutsche vorstellen, zu einer ethischen Bank zu wechseln. Derzeit haben die deutschen Ethikbanken etwa 230.000 Mitglieder und damit einen Anteil von 0,2 Prozent.

Allerdings gaben 84 Prozent der Befragten in einer Studie an, noch nie etwas von den Ethikbanken gehört zu haben. Von denen, die mit dem Thema bekannt waren, beklagten viele die fehlenden Filialen und Geldautomaten in ihrer Umgebung. Experten vergleichen dies mit dem frühen Boom bei Bio-Lebensmitteln: Auch diese benötigten eine ganze Weile um aus der Nische “Bio-Laden” den Weg in die Regale der Discounter zu finden. Dort sind sie jedoch nicht mehr wegzudenken.

Bild: © istock.com/ weerapatkiatdumrong

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